Wer daheim in der Badewanne liegen und gleichzeitig die Lektüre genießen möchte, für den bietet Matthias Naumann (49) einen selbst hergestellten Leseständer an.
Nach einem langen Arbeitstag in seiner Firma lässt der Mann aus Bärenstein (Tel. 035054/254 34) im Erzgebirge gern täglich eine knappe Stunde in der Badewanne die Seele baumeln. Er versucht, vom Alltag ab- und in die Welt der Bücher einzutauchen. Und jeder kennt dabei die nun mal existierenden Probleme: Das Buch wird nass, fällt schlimmstenfalls sogar ins Wasser. Die Hände schlafen vom langen Halten ein oder werden zu kalt. Damit ist nun Schluss. Ganz entspannt liest der Sachse eingehüllt in Schaum und im warmen Wasser. Die Hände müssen nun höchstens mal zum Brille zurechtrücken oder zum Umblättern aus dem nassen Element.
Ansonsten thront das Buch oder auch die Zeitung trocken und sicher auf einem ganz speziellen Ständer. Im selbst gebauten Eigenheim von Familie Naumann steht er außer im Bad auch noch in der Küche. Denn Ehefrau Christine hat beim Kochen stets neben dem Herd das Buch aufgeschlagen.
Die Ständer stammen aus eigenem Hause, das heißt aus der Karl Naumann GmbH in Bärenstein. Die reprivatisierte Firma führt der Sohn zusammen mit seiner Schwester Rosemarie Wenzel seit 1990. Die etwa 29 Angestellten fertigen vorrangig Zulieferteile für Satellitenreciver.
"Der Firma geht es gut, aber ich hatte bisher kein eigenes Produkt mit meinem Namen", sinniert der Diplomingenieur. "Durch Zufall sah ich im Fernsehen mal den Berliner Alexander Erdmann. Er erfand den Leseständer.
"Die Idee gefiel mir als Leseratte und Badefanatiker sofort", erinnert sich Matthias Naumann. Er knüpfte Kontakt und entwickelte in seiner Firma die Idee weiter, "denn der erste Entwurf sah aus wie eine feingliedrige Spinne aus einem Science-Fiction-Film", meint er schmunzelnd. Rund ein Jahr lang tüftelte er, konstruierte immer wieder neue Entwürfe. Willensstark wie er ist, vor Jahren kämpfte er nach der Diagnose Leukämie erfolgreich gegen den Blutkrebs und gewann, hatte er schließlich den Ständer in stabile Form gebracht. "Er ist in der Breite ein Meter variierbar, besitzt für die unterschiedlichen Buchformen verstellbare Stützstangen und Halteclipse. Saugfüße gewähren die Standfestigkeit", zählt Matthias Naumann die Vorteile auf. 49,95 Euro kostet der rostfreie Leseständer, der inzwischen in blau und in silber angeboten wi rd. Kunden nutzen ihn vor allem für die Badewanne, als Kochbuchablage und als Leseständer für Betten in Seniorenheimen. Internet www.lesestaender.de