Sie sind das Rückgrat moderner Industrienationen: Kritische Infrastrukturen gewährleisten die grundlegende Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft in so wichtigen Bereichen wie Energie, Informationstechnik und Kommunikation, Transport und Verkehr, Medien und Kultur oder auch Staat und Verwaltung. Diese Infrastrukturen werden zunehmend von IT-Systemen gesteuert, die mit dem Internet verbunden sind. Damit ist ein Angriff von außen möglich und der Schutz vor Cyberangriffen zu einer neuen Herausforderung geworden.

Im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunktes "IT-Sicherheit für kritische Infrastrukturen" unter dem Dach der Hightech-Strategie der Bundesregierung entwickeln Forschungsprojekte Lösungen, die sich als lebensnotwendig herausstellen könnten. Die BTU Cottbus-Senftenberg ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einem Projekt betraut worden, das sich Intelligente Intrusion-Detection-Systeme für Industrienetze (INDI) nennt. Die intelligente Intrusion-Detection-Technologie ist an der BTU entwickelt worden und soll jetzt bis Oktober 2017 vervollkommnet werden.

Basierend auf dem Konzept der Anomalieerkennung werden Abweichungen im Informationsfluss gesucht, registriert und gemeldet. Dabei wird der Netzverkehr in Industrieanlagen automatisch mit Techniken des maschinellen Lernens analysiert und Modelle für den normalen Betrieb der Anlagen berechnet. Diese Modelle ermöglichen es, anomale Kommunikation in den Industrienetzen zu identifizieren und dadurch bekannte und unbekannte Angriffe aufzuspüren. Um eine Beeinträchtigung der empfindlichen Anlagen auszuschließen, wird die Erkennungstechnik in robuste Mikrokern-Systeme eingebettet, die gegen gezielte Angriffe gesichert sind.

Ergebnis des Projekts sind bisher noch nicht verfügbare neuartige Sicherheitssysteme, die sich automatisiert an die unterschiedlichen Gegebenheiten von industriellen Steuerungssystemen anpassen. Damit ermöglichen sie zugleich eine spezifische Analyse sowie eine breite Nutzung in der Strom-, Wasser- und Gasversorgung.

Projektpartner der BTU sind die Georg-August-Universität Göttingen, Vattenfall Europe Generation AG und genua mbH.