Der dänische Verteidigungsminister Svend Aage Jensby und Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) erklärten nach einem Treffen mit ihrem polnischen Kollegen Jerzy Szmajdzinski in Kopenhagen, eine Entsendung des deutsch-dänisch-polnischen Korps nach Irak werde es nicht geben.
Struck bekräftigte gestern, dass der polnische Vorschlag einer deutschen Beteiligung am Irak-Einsatz mit der Bundesregierung nicht abgestimmt war. Er selbst sei zwar von Szmaj-dzinski informiert worden, sagte Struck im Deutschlandfunk, allerdings erst, nachdem dieser zuvor an die Presse gegangen sei. Auch sein dänischer Kollege habe nichts von der polnischen Initiative gewusst.
Das in Stettin stationierte gemeinsame Korps sei erst im Aufbau und es fehlten zahlreiche Fähigkeiten, die für eine solche Mission notwendig seien, sagte Struck. Der dänische Verteidigungsminister Jensby verwies zur Begründung seines Nein auf die Entsendung von 380 dänischen Soldaten, Polizisten und medizinischem Personal in den Südosten Iraks, der unter britischem Kommando stehen soll.
Polen, das die USA während des Irak-Krieges unterstützte, soll vermutlich das Kommando über den Nordsektor in Irak übernehmen. Da die eigenen Streitkräfte und die finanziellen Mittel nicht ausreichen, will Warschau weitere Verbündete für den Einsatz gewinnen. (AFP/kr)