Der Aufsichtsrat des CTK hatte seine Entscheidung am Monatgnachmittag nach mehrstündiger Sitzung gefällt. Sie sei die Reaktion auf einen internen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Cottbus, heißt es in einer sehr knappen Mitteilung des Gremiums am Montagabend. Zu den Hintergründen sei "bis auf Weiteres" Stillschweigen vereinbart worden, "um die Person des Geschäftsführers" zu schützen.

Andreas Brakmann hatte den Job in Cottbus vor einem Jahr angetreten, sein Vertrag hat drei Jahre Laufzeit. Die Stadt als Alleineigentümerin des CTK muss sich jetzt auf eine juristische Auseinandersetzung mit Brakmann einstellen. Dass er seinen Rauswurf widerstandslos hinnimmt, ist nicht zu erwarten.

Nach RUNDSCHAU-Recherchen soll Brakmann Aufträge für das Klinikum freihändig vergeben und damit gegen Vorschriften verstoßen haben. Im Cottbuser Schwerpunkt-Klinikum für Südbrandenburg laufen umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen, weitere sind geplant.

Neben den mutmaßlichen Verstößen gegen Vergaberichtlinien gab es seit Monaten bei einem Großteil der CTK-Belegschaft massiven Unmut über Brakmanns autoritären Führungsstil. Das Ausscheiden angesehener Fachärzte wird ihm angelastet. Ähnliches ist aus Ärztekreisen in Thüringen zu hören gewesen.

Bis zu seinem Wechsel nach Cottbus war Brakmann fast zwei Jahre Geschäftsführer des Zen tralklinikums in Suhl. Auch dort soll unter ihm eine hohe Ärztefluktuation eingesetzt haben.

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