Mit einer scharfen Kampagne vor allem gegen Linke und SPD will die CSU im Wahlkampfendspurt ihre Anhänger mobilisieren. Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber drohte gar einen "politischen Kreuzzug" gegen die Partei Die Linke an. Die SPD wittert Morgenluft und würde gern in einer Vierer-Koalition mit Grünen, FDP und Freien Wählern (FW) die Macht im Freistaat übernehmen.
Das Traumergebnis der Landtagswahl 2003, als die CSU mit Edmund Stoiber an der Spitze 60,7 Prozent der Stimmen einholte, war nach Einschätzung der neuen CSU-Führung eine Ausnahme. "50 Prozent plus x" lautet das Wahlziel von Stoibers Nachfolgern, dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein und Parteichef Huber. Sie orientieren sich eher an den Wahlergebnissen von 1998 und 1994, als die Partei jeweils auf knapp 53 Prozent gekommen war.
Nach dem Rückzug Stoibers infolge einer parteiinternen Revolte sind Beckstein (64) und Huber (62) seit rund einem Jahr im Amt. Ihre politische Zukunft dürfte auch davon abhängen, ob die CSU ihre Alleinherrschaft verteidigen kann. Bei den Kommunalwahlen im März hatte die CSU massive Verluste erlitten.
Neben der CSU sind im Landtag nur SPD und Grüne vertreten. Chancen auf den Einzug in das Münchner Maximilianeum haben Umfragen zufolge auch die FDP, die Freien Wähler und die Linke. Die FDP liegt nach Umfragen zwischen fünf und acht Prozent und könnte erstmals seit 1994 den Sprung in den Landtag schaffen. Die vor allem auf kommunaler Ebene starken Freien Wähler - ebenfalls bürgerliche Konkurrenz zur CSU - liegen bei fünf bis sieben Prozent. Auch die Linke könnte knapp die Fünf-Pro zent-Hürde nehmen.
Die SPD kann Umfragen zufolge von der Schwäche der CSU kaum profitieren und nur mit rund 20 Prozent der Stimmen rechnen. 2003 hatten die Sozialdemokraten im Freistaat mit 19,6 Prozent eines ihrer schlechtesten Ergebnisse eingefahren. Die Grünen liegen bei etwa neun Prozent. Die FDP hat nach Avancen von SPD-Spitzenkandidat Franz Maget für eine Vierer-Koalition bereits abgewunken - sie hält sich als möglicher Koalitionspartner für die CSU bereit. (dpa/cd)