Der Konsum der Droge Crystal Meth ist in den vergangenen Jahren in der Lausitz kontinuierlich gestiegen, so die übereinstimmende Einschätzung von Polizei und Suchtberatern. Mit Zahlen lässt sich das allerdings nur schwer unterlegen. Erst seit dem vergangenen Jahr weist die Polizei in Brandenburg Crystal einzeln in den Statistiken aus. 663 Rauschgiftdelikte wurden 2014 allein in Cottbus und Spree-Neiße gezählt, 126 davon mit Bezug auf Crystal. "Dieses Jahr werden wir auf jeden Fall höher liegen", sagt Marco Mette, Leiter des Kriminalkommissariats in Cottbus. Auch die Beschaffungskriminalität, vom Fahrradklau bis zum Raub, nehme weiter rasant zu. Die tatsächliche Zahl der Süchtigen liege ohnehin wesentlich höher, sagt Mette. "Rauschgiftdelikte sind Ermittlungsdelikte." Wo mehr ermittelt werde, steige die Zahl der Fälle.

Crystal ist aber kein statistisches Problem. Das belegen etwa Zahlen des Klinikums Niederlausitz. Mehr als 70 Patienten mit der Haupt- oder Nebendiagnose Meth amphetamin-Konsum wurden in diesem Jahr bereits stationär-psychiatrisch behandelt, wie Karsten Wolff, Chefarzt im Zen trum Psychosoziale Gesundheit, erläutert. 2013 waren es drei.

Quelle des Crystal sind Drogenküchen jenseits der Grenze zu Tschechien. Die Hauptlast bei der Verfolgung liegt beim Zollfahndungsamt Dresden. Laut Pressesprecherin Bianca Richter wurden 11,5 Kilogramm Crystal bis zum Oktober an der Grenze sichergestellt. Die Rekordwerte der vergangenen beiden Jahre mit rund 14 Kilogramm werden also wohl wieder erreicht.