I m Kampf gegen die aggressive Partydroge Crystal ist Fahndern in Deutschland und Tschechien ein Rekordfund gelungen. Sie beschlagnahmten 2,9 Tonnen eines Grundstoffs - damit hätten nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) 2,3 Tonnen Crystal im Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro hergestellt werden können. Die Polizei nahm in Leipzig und Prag bislang 14 Verdächtige fest. "Erstmals ist es in Deutschland gelungen, eine solche große Menge sicherzustellen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Donnerstag in Wiesbaden .

Die E rmittler durchsuchten am 5. und 8. November 19 Wohn- und Geschäftsobjekte in Leipzig und nahmen sieben Verdächtige fest. Dabei wurden auch Bargeld, Munition, gestohlene Ausweise und Dutzende Mobiltelefone sichergestellt. Sieben weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande wurden am 8. November von tschechischen Ermittlern festgenommen. Dabei wurden auch Schusswaffen und Bargeld sichergestellt.

H auptbeschuldigter ist ein 32-jähriger Chemie- und Pharmahändler aus Leipzig. Dieser hatte dem BKA zufolge Chlorephedrin im europäischen Ausland produzieren und nach Deutschland liefern lassen. Gegenüber den Behörden täuschte der Händler die Vernichtung der Substanz vor, um sie dann illegal zur Rauschgiftproduktion weiterverkaufen zu können .

Laut BKA schmuggelte die Bande die Chemikalie mehrfach in Mengen zwischen zehn und 20 Kilogramm nach Tschechien, wo in illegalen Laboren Crystal (Methamphetamin) daraus hergestellt wurde. Ein Teil des Rauschgifts wurde wieder nach Leipzig geliefert und dort an Zwischenhändler und Konsumenten verkauft.