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Crystal Meth erobert die Lausitz

Cottbus. Brandenburg hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Drogenkriminalität erlebt. Die Schwerpunkte sind Ostbrandenburg und Cottbus. Vor allem Crystal Meth beschäftigt die Ermittler der Polizei. Bodo Baumert / mit dpa

Die Zahl der Rauschgift-Delikte ist in Brandenburg 2015 erneut stark gestiegen. Sie erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 8188. Was Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik in dieser Woche mit Verweis auf einen "erhöhten Kontrolldruck der Polizei" abtat, stellt sich beim genaueren Blick als ernster dar. Vor allem in Cottbus (515 Fälle) und den Landkreisen Oder-Spree und Barnim gibt es deutliche Zuwächse in der Statistik. Sorgen bereitet vor allem die Modedroge Crystal Meth. Hier hat sich die Zahl der Fälle laut Statistik 2015 verdoppelt. Und: Crystal breitet sich weiter aus. Waren im Vorjahr nur die Lausitzer Kreise betroffen, gibt es mittlerweile in ganz Brandenburg Fälle. Vor allem der Berliner Speckgürtel wird zunehmend davon erfasst. Es gibt aber auch erste Fälle in Nordbrandenburg. Hier schreckten viele Konsumenten allerdings noch vor Crystal zurück, erklärt Sprecherin Karina Schulter vom Potsdamer Polizeipräsidium auf Nachfrage.

In Sachsen, wo die aus Tschechien kommende Droge bereits seit Jahren ein Problem darstellt, ist erstmals seit Jahren die Zahl der Crystal-Konsumenten in der Drogenberatung und in der stationären Behandlung kaum noch gestiegen. Von einer Trendwende will die Landesstelle gegen die Suchtgefahren aber nicht ausgehen. Im Jahresbericht, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, ist von einer "Stagnation auf hohem Niveau" die Rede. 2015 haben sich in Sachsen 4988 Menschen wegen Crystal beraten lassen, 2014 waren es 4934.

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