ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:16 Uhr

Countdown für Lausitzer Bandido

Im Prozess gegen einen Angehörigen der Motorradrocker „Bandidos“ will das Landgericht Cottbus am Montag das Urteil sprechen. Mit vielen Bildern von der Verhandlung dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 26-Jährigen vor, im Februar durch mehrere Schüsse auf ein Mitglied der rivalisierenden Gruppe „Hells Angels“ in Cottbus einen Mann lebensgefährlich verletzt zu haben. Außerdem soll der Angeklagte bereits im Februar 2007 mit einer Gaspistole in einer Diskothek in Forst (Spree-Neiße) auf zwei Gäste geschossen und diese verletzt haben. Außerdem wird ihm Drogenhandel zur Last gelegt.

Der Angeklagte hatte in dem siebenwöchigen Prozess die Vorwürfe im wesentlichen gestanden. Sie lauten auf versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitz. Allerdings machte der 26-Jährige bei den scharfen Schüssen auf das Mitglied der „Hells Angels“ Notwehr geltend, da er zuvor aus der Gruppe heraus mit Reizgas angegriffen worden sei.

Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen den Beschuldigten vier Jahre und zehn Monate Haft wegen des Angriffs mit einer Gaspistole und Drogenhandels. Er sei aber vom Vorwurf des versuchten Totschlags wegen der Schüsse auf den Angehörigen der „Hells Angels“ freizusprechen, weil er dadurch weitere Provokationen der Rocker verhindern wollte. Die Verteidigung plädierte für nicht mehr als zwei Jahre Haft für ihren Mandanten. Bei dem Angriff in der Diskothek habe er Reizgas eingesetzt, keine Gaspistole.