Medaillen und Topp-Platzierungen nicht nur bei Deutschen Meisterschaften, sondern auch international hat der Verein nicht zuletzt auch ihm zu verdanken.
Jetzt allerdings scheint ein Schatten auf die erfolgreiche Arbeit des Trainers gefallen zu sein. Wie die Cottbuser Staatsanwaltschaft bestätigt, haben drei seiner ehemaligen Schützlinge Anzeige gegen ihn erstattet. Die Ermittler gehen dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs nach. Nach Aussage der drei jungen Kanutinnen soll sie Peter K. 2005 und 2006 mehrfach im Intimbereich berührt haben.
Die Mädchen, so Staatsanwältin Martina Eberhart, hätten ihrem Trainer gesagt, die Berührungen nicht zu wollen. Um jedoch ihren Erfolg nicht zu ge- fährden, hätten sie die Zudringlichkeiten über sich ergehen lassen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen, so Eberhart weiter, könnten weitere Mädchen betroffen sein. Wann es zu einer Anklage kommt, sei noch nicht entschieden. Für die RUNDSCHAU war Peter K. für Nachfragen nicht zu erreichen.

Von Trainer und Verein getrennt
Alle drei Mädchen haben den Cottbuser Verein mittlerweile verlassen. Mit hervorragenden Leistungen konnten sie sich für Sportschulen zum Beispiel in Berlin und Leipzig empfehlen. Die Trennung von Trainer und Verein, vermutet die Staatsanwältin, war offenbar der Anstoß, die Anzeige zu erstatten.
Der Verein erfuhr erst von einer der Mütter von den Anzeigen - und handelte sofort. „Wir haben den Trainer gleich suspendiert“ , sagt Vizepräsident Jürgen Peter, zugleich Leiter der Abteilung Kanu. Peter K. musste den Schlüssel für das Bootshaus abgeben und darf das Vereinsgelände an der Spree nicht mehr betreten - „bis alle Vorwürfe lückenlos aufgeklärt sind“ , so Peter.
Der Abteilungsleiter versichert, dass es nie Hinweise für einen sexuellen Missbrauch gegeben habe. „Es ist auch nie eines der Mädchen, Vater oder Mutter auf uns zugekommen.“ Um so verärgerter ist Jürgen Peter über anonyme Hinweise an die Presse. Er glaubt, dass die Verfasser der Schreiben aus der Kanu-Szene stammen könnten, in der großer Konkurrenzdruck herrsche. „Peter K. ist ein sehr erfolgreicher Trainer. So mancher könnte ihm den Erfolg neiden“ , vermutet Jürgen Peter. Den anonymen Vorwurf, der Vorstand habe Hinweise auf den Missbrauch mit allen Mitteln geleugnet und vertuscht, weist Vizepräsident Peter entrüstet von sich.

Ex-Reitlehrer verurteilt
Mit dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs beim Leistungstraining in Vereinen befassen sich die Ermittler immer mal wieder, sagt Staatsanwältin Martina Eberhart. Manchmal erhärtet sich der Verdacht. Als Beispiel nennt sie die Ermittlungen gegen den ehemaligen Reitlehrer Gerald R. aus Finsterwalde (Elbe-Elster). Dabei wog der Anfangsverdacht gegen R. allerdings weitaus schwerer als der jetzt gegen den Cottbuser Kanu-Trainer. R. sollte in seiner eigenen Reitschule bis 2003 im Verlauf von sieben Jahren 20 Mädchen und Jungen missbraucht und vergewaltigt haben. Das Landgericht Cottbus sprach ihn schuldig. Gegen das Urteil ging Gerald R. in Revision, der Bundesgerichtshof nahm sich den Fall noch einmal vor. Am Ende musste R. für sechs Jahre ins Gefängnis.