Gegen seine Verurteilung wegen eines Schusses aus seiner Dienstwaffe bei der Festnahme hat der Polizist sein Recht auf Einspruch genutzt. Wie ein Sprecher am Freitag bestätigte, hat er sich fristgerecht an das Amtsgericht gewandt. Der Beamte war dort im September auf Bewährung wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Mittels Strafbefehl hatte das Amtsgericht nicht öffentlich auf eine Freiheitsstrafe von neun Monaten und 3000 Euro Geldstrafe entschieden.

Sollte der 53-Jährige den Einspruch nicht zurücknehmen, komme es nun zu einer Hauptverhandlung, hieß es. Einen möglichen Termin konnte der Sprecher des Amtsgerichts noch nicht nennen.

Der Vorfall hatte sich im August 2014 ereignet. Es ging um Wirtschaftskriminalität. Die Polizei war einem 37-Jährigen auf der Spur, der durch Betrug in der Lausitz Schäden in sechsstelliger Höhe verursacht haben soll. In dessen Cottbuser Wohnung war unter anderem eine Kalaschnikow entdeckt worden. Nachts stoppte die Polizei den Tatverdächtigen in einem Auto auf der Kreuzung am Bahnhofsberg. Die Beamten näherten sich dem Wagen. Auch der nun Verurteilte ging auf das Auto zu. Mit gezogener Waffe, weil er Gegenwehr befürchtete. "Entgegen den Dienstvorschriften hatte er den Finger am Abzug der Pistole und nicht parallel zum Lauf", so Peter Merz, Richter und Vize-Sprecher am Amtsgericht. Ein Schuss löste sich. Das Geschoss durchschlug die Frontscheibe und traf den 37-Jährigen in den Kopf.

Solange der Strafbefehl nicht rechtskräftig ist, bleibt ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten ausgesetzt.