Dasselbe gelte für das Eckpunktepapier der Gewerkschaft verdi als Vorstufe zu einem Tarifvertrag, erklärte die Geschäftsführerin des Klinikums, Heidrun Grünewald, gestern. Der Tarifvertrag sollte rückwirkend zum 1. August in Kraft treten und den Medizinern Gehaltssteigerungen bis 13 Prozent bringen.
Für das Klinikum entstünden bereits im kommenden Jahr zusätzliche Ausgaben von acht Millionen Euro, erläuterte Grünewald. Diese Summe ergebe sich aus den Tarifvereinbarungen, der erhöhten Mehrwertsteuer ab 2007 sowie aus den finanziellen Belastungen der Gesundheitsreform. "Dieser Betrag kann trotz zu erwartender steigender Fallzahlen unmöglich erwirtschaftet werden", betonte die Geschäftsführerin. Für diesen Fall müssten vier Prozent der Arbeitsplätze abgebaut werden, das seien 80 Mitarbeiter.
Das Carl-Thiem-Klinikum habe deshalb wie bereits zwölf andere Häuser im Land Brandenburg die Vollmitgliedschaft im Verband kommunaler Arbeitgeber in eine Gastmitgliedschaft umgewandelt. Dies bedeute, dass die tariflichen Neuvereinbarungen nicht bindend sind. Die bisherige Bindung an den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bleibe dagegen bestehen.
Das Cottbuser Klinikum ist mit fast 2300 Mitarbeitern und 1300 Betten das größte in Brandenburg. 2005 wurden dort 41 000 Patienten stationär und 47 000 ambulant behandelt. (dpa/mb)