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Strukturveränderung im CTK
Cottbuser Klinikum erweitert Service-Gesellschaft

Trotz guter wirtschaftlicher Situation lagert das CTK über 200 Mitarbeiter in Service-Gesellschaft aus.
Trotz guter wirtschaftlicher Situation lagert das CTK über 200 Mitarbeiter in Service-Gesellschaft aus. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus.. Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) ist der größte Arbeitgeber der Stadt. Für mehr als 200 Mitarbeiter stehen nun erhebliche Veränderungen bevor. Sie sollen stufenweise in eine Service-Gesellschaft ausgelagert werden.

Innerhalb der kommenden drei Jahre wird das kommunale Carl-Thiem-Klinikum (CTK) stufenweise mehr als 200 Mitarbeiter in sein Tochterunternehmen Thiem-Service-Gesellschaft (TSG) auslagern. Das hat nach Auskunft von Geschäftsführer Götz Brodermann der Aufsichtsrat der gGmbH am Montagnachmittag beschlossen. Das Klinikum garantiere allen Betroffenen, dass sie bis zum Ausscheiden aus der TSG alle Rechte und Pflichten aus ihren alten Verträgen mit dem CTK behalten. Auch tarifliche Steigerungen gehörten dazu. Betroffen sind Bereiche wie Post, Archiv, Sterilisation, Küche, Transport und Lagerlogistik.

Die TSG, die derzeit rund einhundert Mitarbeiter zählt, hat seit einem Jahr erst einen Haustarifvertrag mit deutlich schlechteren Konditionen als die CTK-Mitarbeiter. Brodermann begründete die Personalüberleitung mit den in einigen Jahren zu erwartenden Einsparungen bei den Personalkosten und mit einer höheren Qualität des Servicebereiches durch Zentralisierung. Das CTK sei Mitglied in der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser und unter diesen Kliniken eine der Letzten, die diesen Schritt vollziehe.

Der Cottbuser Verdi-Sekretär Ralf Franke kritisierte die Auslagerungspläne:“ Das ist eine Spaltung der Belegschaft und der Einstieg in schlechtere Arbeitsbedingungen.“ Alle Beschäftigten im Carl-Thiem-Klinikum sollen in einem einheitlichen Betrieb arbeiten und unter die Zuständigkeit eines Betriebsrates und unter einen einheitlichen Tarifvertrag fallen. Die Gewerkschaft hatte sich schon 2010 gegen die Gründung der TSG ausgesprochen. Verdi kündigte an, kurzfristig das Gespräch mit dem Aufsichtsrat und den Fraktionen in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung zu suchen, um die geplante Ausgliederung zu verhindern.

CTK-Chef Götz Brodermann kündigte außerdem am Mittwoch an, dass das CTK für 4,1 Millionen Euro einen für Dritte offenen Betriebskindergarten bauen wird. Weitere 13,7 Millionen Euro werden in den kompletten Umbau der Küche des Klinikums fließen. Auch für diese Investitionen hatte der CTK-Aufsichtsrat am Montag grünes Licht gegeben.

(sim)