Der Mann, der gemeinsam mit einem Geschäftspartner, gegen den noch weiter verhandelt wird, 327 Geldanleger zwischen Augsburg, Hamburg, Cottbus, Dresden und Leipzig um fast 1,9 Millionen Euro geprellt hat, erhielt vom Gericht erheblichen Zeitrabatt. Das fast neun Jahre dauernde Verfahren von den ersten Ermittlungen bis zum Urteil sei durch die Justiz nicht mit der gebotenen Eile durchgezogen worden. Durch diesen Verstoß gegen die europäische Menschenrechtskonvention habe der Staat einenerheblichen Teil seines Strafanspruches verwirkt, begründete Richter Dr. Stefan Fiedler, die milde Strafe. Bei einer Haftvollstreckung würde sich zudem die Wiedergutmachung des Schadens verzögern, der Staat m*amp *uuml;sse für die Familie des Verurteilten Sozialhilfe zahlen und hätte auch noch die Gefängniskosten für den Angeklagten zu tragen, nannte er weitere Gründe.
Die Geldanleger hatten zum Teil erhebliche Summen von bis zu 150 000 Euro in Aktien einer Schweizer Firma angelegt, die nie wirklich existierten. Versprochen wurden hohe Renditen, über die Risiken seien die Geprellten nie aufgeklärt worden, stellte das Gericht fest. (Eig. Ber./sw)