Von einer unkontrollierten Vermehrung der Lausitzer Wölfe kann keine Rede sein. Das erklärt Steffen Butzeck, Wild-Experte und Wolfsbeauftragter des Brandenburger Landesamtes für Umweltschutz (LfU). In der Region, die länderübergreifend in Ostsachsen und Südbrandenburg bis zum südlichen Berliner Ring bereits flächendeckend vom Wolf besiedelt ist, ist das Tier wegen Rissen von Nutztieren umstritten.

Neben der absehbaren weiteren Besiedlung des Brandenburger Nordens sind noch weitere Rudel in der Lausitz zu erwarten, sagt der Experte. Zwei neue Wolfsfamilien sind in diesem Jahr im Elbe-Elster-Kreis bei Prösa und im Vorspreewald (Spree-Neiße) nachgewiesen worden. Der Hauptgrund für die weitere Verdichtung der Rudel: Das Wildangebot in den heimischen Wäldern ist historisch hoch. Zudem fördern Mais-Monokulturen eine ausufernde Familienplanung des Schwarzwildes. Das Nahrungsangebot in der Lausitz ist groß für den Wolf. Und die hier heimisch gewordene zentraleuropäische Population werde die verfügbaren Lebensräume auslasten. In den Naturräumen, die dem höchsten Schutzstatus der Europäischen Union nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) unterliegen, wird das auch alle sechs Jahre überprüft.

Der tierische Jäger mache sich zunehmend nützlich in den Lausitzer Wäldern, die von reinen Kiefernbeständen zum Mischwald entwickelt werden sollen. Die Reduzierung des Reh- und Schalenwildes durch die Wölfe, das die jungen Triebe von Neupflanzungen frisst, lässt den Wald besser wachsen.

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