Für den Gründungsbeauftragten der neuen BTU Cottbus Senftenberg, Birger Hendriks, ist der Unesco-Lehrstuhl ein Aushängeschild der Uni. "Wenn man attraktive Studiengänge entwickelt, dann wird darüber weltweit gesprochen", sagte er der RUNDSCHAU.

Der Cottbuser Lehrstuhl hilft beispielsweise bedrohte kunsthandwerkliche Traditionen, aber auch Sitten und Gebräuche zu bewahren. Dabei geht es auch um praktische Dinge. Als Beispiel wird in diesem Zusammenhang das Stricken genannt. Diese Fähigkeit wird von Mensch zu Mensch weitergegeben. Bei weniger populären Gebräuchen fehlt die schriftliche Fixierung. Reißt die "Informationskette", geht der Brauch verloren.

Der Unesco-Lehrstuhl ist einer von zehn derartigen bundesweit und auf der ganzen Welt aktiv. In unmittelbarer Nachbarschaft sind die Cottbuser Forscher derzeit an den Friedenskirchen in Jawor und Swidnitza (Polen) vor Ort. Dort werden Pläne erarbeitet, wie die Welterbe-Stätten für die nächsten Jahre organisiert und entwickelt werden sollten.

"Wir blicken frohen Mutes in die Zukunft", sagte Lehrstuhl-Chefin Prof. Dr. Marie-Theres Albert am Rande der Veranstaltung. Einzelne Professoren der neuen BTU Cottbus-Senftenberg klagen, dass mit der Lausitzer Uni-Fusion auch weniger Studenten nach Cottbus kommen, etablierte Studiengänge zerstört würden. "Wir sind im Moment gut ausgebucht", sagte Albert.

Grünes Licht gibt es auch für einen geplanten Studiengang mit der Helwan-Universität in Kairo. "Heritage Conservation and Site Management" (deutsch: Welterbe-Denkmalpflege und -Management) könnte schon im nächsten Wintersemester starten. Diese Austauschstudiengänge funktionieren so, dass die Studenten beider Länder auch ein Semester im jeweiligen Partnerland studieren. "Wir hoffen, dass so auch positive Impulse in die Länder getragen werden", sagte Albert.