Das 14. Internationale Springermeeting am 27. Januar wird in Cottbus ohne russische Hochspringerinnen und Stabhochspringer über die Bühne gehen. Das bestätigte Meeting-Direktor Ulrich Hobeck am Donnerstag exklusiv der RUNDSCHAU. Der Cottbuser zieht damit die Konsequenzen aus dem aufgedeckten Dopingskandal in Russland. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) war in einer Untersuchung zu dem Ergebnis gekommen, dass es dort "systematischen Dopingbetrug" sowie eine "tief verwurzelte Betrugskultur" gibt.

Die Cottbuser Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben: Hobeck will als Präsident der bundesweiten Vereinigung German Meetings bei der Jahrestagung am kommenden Wochenende an alle anderen deutschen Veranstalter appellieren, seinem Beispiel zu folgen. Hobeck plant einen offenen Brief und begründet: "Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es so in der Leichtathletik nicht weitergehen kann. Es muss ein Umdenken stattfinden."

Dem Cottbuser Springermeeting geht mit dem Verzicht auf die russischen Sportler auch ein Farbtupfer verloren. Beispielsweise war 2009 die Russin Irina Gordeyewa als erste Frau in Cottbus über die Zwei-Meter-Marke gesprungen - sie hält damit den Meetingrekord. Und Svetlana Shkolina war 2013 in Cottbus siegreich in die Saison gestartet, um später als Weltmeisterin in Moskau gefeiert zu werden.

Doch Meeting-Chef Hobeck ist rigoros: "Es geht um unsere Glaubwürdigkeit - beim Publikum sowie bei den sauberen Sportlern." Sport Seite 24