Cottbus. In den USA ist erstmals ein Patient mit Ebola diagnostiziert worden. Auch in Cottbus besteht die theoretische Möglichkeit, dass ein Tourist oder Gast, der sich mit dem Virus infiziert hat, hier erkrankt.

Denis Kettlitz, Sprecher des Klinikums: "Grundsätzlich ist das Carl-Thiem-Klinikum kein Haus für Ebola-Fälle. Wir würden im Verdachtsfall alles unternehmen, damit die betroffenen Patienten direkt nach Berlin oder Leipzig kommen."

An der Charité und der Uni-Klinik sind die zuständigen Kompetenz- und Behandlungszentren für derartige Fälle. Sollte es in Cottbus zu einem Verdachtsfall kommen, würden die hiesigen Ärzte sofort Kontakt mit den dortigen Zentren aufnehmen. Kettlitz: "Oft können scheinbare Verdachtsfälle bereits im Telefonat mit einem spezialisierten Zentrum ausgeschlossen werden." Sollte der Verdacht weiter bestehen, würde dieser sorgfältig erarbeitete Notfallplan wirksam werden:

Der Ärztliche Direktor des Klinikums, das Gesundheitsamt und der diensthabende Arzt der Mikrobiologie würden umgehend informiert.

Ist der Patient mit den verdächtigen Symptomen transportfähig, wird eine Verlegung mit dem Kompetenz- oder Behandlungszentrum abgesprochen. Zuständig für die Verlegung wären die Zentren, diese würden auch für eine eventuell notwendige Begleitung sorgen. Ein entsprechender Transportwagen steht in Königs Wusterhausen bereit.

Im Klinikum selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten, Verdachtsfälle vorübergehend zu isolieren. So etwa in einem Isolierzimmer in einem separaten Raum, falls sich der Patient selber in der Zentralen Notaufnahme meldet. Patienten, die sofort behandlungsbedürftig sind, werden im Haus 41 aufgenommen.

Für das medizinische Personal gelten strenge Regeln. Schutzanzüge, Brillen und Atemschutzmasken wären im Ernstfall Pflicht. Das Gesundheitsamt würde Kontaktpersonen des Patienten suchen und überprüfen.

Bei Kontakt von Körperflüssigkeiten eventuell Erkrankter mit Haut oder Schleimhaut von Personal muss die Haut sofort mit Seife oder Desinfektionslösung gewaschen werden.

Zum Thema:
Ebola ist eine Infektionskrankheit, die durch das Ebolavirus hervorgerufen wird. Das Ebolafieber verläuft nach bisheriger Kenntnis in 50 bis 90 Prozent aller Fälle tödlich. Als Therapie stehen lediglich Maßnahmen zur Bekämpfung oder Linderung einzelner Krankheitssymptome zur Verfügung. Patienten würden in Deutschland auf einer Sonderisolierstation behandelt werden, wie sie die Berliner Charité vorhält.