Brandenburgs Justizministerin Beate Blechinger (CDU) und Berlins Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) begrüßten die Entscheidung. Die Zusammenlegung der Finanzgerichte erfolgt zum 1. Januar 2007. Die Fusionen der Obergerichte waren 2004 in einem Staatsvertrag und per Gesetz geregelt worden.
Nach Auffassung der Karlsruher Richter greifen die Regelungen des Staatsvertrages und des Gesetzes nicht direkt in die Rechtsstellung des Beschwerdeführers ein. Ob eine Versetzung an das gemeinsame Finanzgericht nach Cottbus erfolge, ergebe sich erst aus einer konkreten Verfügung dazu. Gegen diese könne der Richter juristische Schritte einleiten, weil dabei die Gerichtsorganisation verändert werde.
Die Verfassungsrichter sehen zudem keine Verletzung der persönlichen und sachlichen Unabhängigkeit der Richter. Gegen eine Versetzung bestünden auch vor dem Hintergrund des außerhalb der Landesgrenzen von Berlin gewählten Gerichtssitzes in Cottbus keine Bedenken. Die Verfassung gebiete nicht, dass ein Richter sein konkretes Amt an einem innerhalb der Landesgrenzen befindlichen Gericht ausüben müsse. Entscheidend sei, dass es sich bei dem vorgesehenen Finanzgericht Berlin-Brandenburg um ein Gericht handele, welches auch zur Berliner Landesgerichtsbarkeit gehöre (Siehe: Zum Thema).
Blechinger betonte, bereits die bisherigen Gerichtsfusionen hätten sich als Gewinn für beide Länder erwiesen. Sie werde die Berliner Richter herzlich am Standort Cottbus willkommen heißen und wünsche allen Mitarbeitern des künftigen gemeinsamen Finanzgerichts eine erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit.
Schubert sagte, mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts könne neben dem gemeinsamen Landesarbeitsgericht auch das fusionierte Finanzgericht termingerecht am 1. Januar 2007 seine Arbeit aufnehmen. Die 2005 fusionierten Oberverwaltungs- und Sozialgerichte hätten sich im ersten Jahr als erfolgreich erwiesen. Die Fusionen hätten eine wesentliche Steigerung der Effektivität bewirkt.

Zum Thema Urteilsbegründung
 Für die Karlsruher Richter ist die Regelung verfassungsrechtlich zulässig, wonach Berlin und Brandenburg die planmäßigen Richter eines gemeinsamen Fachobergerichtes in den Dienst beider Länder stellen. Es gebe keinen verfassungsrechtlich geschützten Grundsatz des Richteramtsrechts, wonach ein Richter nicht im Dienste mehrerer Länder stehen kann. Dies stelle auch keinen Eingriff in die richterliche Unabhängigkeit dar. Denn ungeachtet der Zahl seiner Dienstherren bleibe der Richter unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.