Die Burg Stolpen ist nicht gerade ein schöner Ort, wie sie so auf ihrem Felsen klemmt seit 800 Jahren. Zum Glück hat die Sächsische Schweiz noch mehr zu bieten. Man konnte von der Felsenburg schön von oben herabschauen auf den Rest der Welt. Das war es dann aber auch. Die CDU-Reise hatte selbstverständlich einen tieferen Sinn, es ging um "Frauen in der Politik - von Gräfin Cosel bis heute".

Die berühmte Mätresse war Besseres gewohnt, als sie vor 300 Jahren dort einfuhr. Sie hatte ihren Chef zu sehr genervt. Als sie wieder rauskam, war sie 40 Jahre älter und tot. In der Zwischenzeit welkte sie im Turm vor sich hin, umgeben von Fledermäusen, Kellerasseln und uniformierten Landesbediensteten, die sich ihre Karriere auch anders vorgestellt hatten.

Die CDU-Frauen kennen die Geschichte natürlich, kamen aber trotzdem mit. Man bestaunte Cosels winziges Wohnstübchen, die feuchten Wände in vitalem Steingrau, das nach unten offene Außenbord-Klosett. Frauen in der Politik, seht Euch vor! Jens Michel ist Haushaltspolitiker und als solcher, wie sich das gehört, ein harter Hund in Haushaltsverhandlungen.

Das war Gräfin Cosel auch. Sie brachte den Haushalt des Landesfürsten wieder in die schwarzen Zahlen, berechnete dafür aber fürstliches Honorar. Das hat die Landeskasse, dank dieser hochdramatischen Geschichte, bis heute mit Zins und Zinseszins wieder drin.