Der Copilot des abgestürzten Airbus hat nach Erkenntnissen der Ermittler vor seinem Arbeitgeber Germanwings eine Erkrankung verheimlicht. Fahnder entdeckten in der Wohnung des 27-Jährigen "zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen", teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag mit. Ein Abschiedsbrief oder ein Bekennerschreiben von Andreas L.wurde nicht gefunden. Ermittler hatten am Donnerstag zwei Wohnungen des Mannes durchsucht, der seit 2013 als Copilot für Germanwings flog.

Das Uni-Klinikum Düsseldorf bestätigte, dass L. dort Patient war. "Meldungen, wonach er wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend", erklärte eine ermanwings-Sprecherin. Sie sagte, wenn L. die Krankschreibung nicht eingereicht habe, habe das Unternehmen davon keine Kenntnis gehabt.

L. soll auf Flug 4U 9525 den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit 150 Menschen an Bord absichtlich auf Todeskurs gebracht haben. Der Airbus zerschellte in den französischen Alpen, alle Insassen kamen ums Leben.

Nach dem Absturz haben Lufthansa und ihr Versicherer Allianz schnelle finanzielle Unterstützung zugesagt. Eine Soforthilfe an Angehörige fließt bei Flugzeugabstürzen innerhalb von zwei Wochen.

Die deutschen Fluggesellschaften zogen Konsequenzen aus der Tragödie und verschärften mit sofortiger Wirkung ihre Regeln für die Besetzung im Cockpit. Bis auf Weiteres darf sich kein Pilot mehr allein dort aufhalten.

An der Absturzstelle gingen die Bergungsarbeiten auch am vierten Tag weiter. Man hofft, den zweiten Flugschreiber zu finden, der weitere Erkenntnisse zum Geschehen im Cockpit liefern könnte. Thema des Tages Seite 3