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Es scheint, dass man in Potsdam nicht fein und sehr erfindungsreich ist, wenn es um die Durchsetzung dieser eigenen Vorstellungen geht: Während sonst Eingriffe in die Natur, besonders Wald, umfängliche Ausgleichmaßnahmen nach sich ziehen – davon kann mancher Bauherr und Investor ein Lied singen – soll für das Solarkraftwerk folgendes Modell gelten: Der Wald werde ja nicht beseitigt, sondern die Nutzung nur temporär auf 25 Jahre „aufgehoben“ und dann ja wieder hergestellt, Ausgleichsmaßnahmen erübrigen sich – die Bäume und Tiere werden dann vermutlich aus der Luft wieder „zurückgeklappt“, nach kurzer Zwischennutzung: Ah ja! So ähnlich war's doch bei den Eigentumsrechten in den Bergbaugebieten vor 1989!

Der „hochgeklappte“ Wald ist übrigens ein äußerst hochwertiger, in Qualität und Alter höchst seltener Baumbestand, von den Schulenburgs noch im 19. Jahrhundert gepflanzt und durch den umgebenden Truppenübungsplatz seiner Abholzung bis heute entgangen. Die Forstverwaltung, wie man aus eingeweihten Kreisen hören kann, kämpft engagiert und verzweifelt um ihren Wald und gab ein völlig eindeutiges Gutachten gegen das Solarkraftwerk ab. ( . . . )

Wichtig auch, dass die immer als Argument herangezogenen Kosten der Munitionsräumung tatsächlich zu bedeutendem Teil von der Forst bereits geleistet und auch künftig aus der Waldbewirtschaftung leistbar und bezahlbar sind! ( . . . )

CO{-2}-Vernichter und Sauerstoff-Hersteller



Zu diesem Beitrag schreibt auch Renate Brinke aus Cottbus:

Was ich in der heutigen RUNDSCHAU lesen musste, trieb mir die Haare zu Berge. So viel Unfug und noch dazu von einem hochrangigen Politiker habe ich selten gelesen! Wir sind Vorreiter bei der erneuerbaren Energie und reiten dafür alles in Grund und Boden. Da soll umweltfreundlicher Strom erzeugt werden auf Kosten von Bäumen, die ja wohl der CO{-2}-Vernichter und Sauerstoffhersteller Nummer eins sind! Die Bäume, die da weg sollen, würden zum Beispiel einen großen Teil des vom Kraftwerk Jänschwalde ausgestoßenen CO{-2} in Grünmasse und somit in Sauerstoff umwandeln. So wie ich die bisherigen Reden zum Klimaschutz verstanden habe, geht es doch wohl hauptsächlich um die Verlangsamung des Klimawandels – das geht aber niemals ohne Bäume. Das müsste wohl auch ein Minister mit so einem schönen Naturnamen wissen. Ich hoffe nur, dass der gesunde Menschenverstand über so viel Intoleranz siegt und nicht noch mehr Natur im Namen des Fortschritts geopfert wird. Fortschritt ist gut, wenn er allen nutzt und keinen Umweltfrevel darstellt.

Nicht 75. Geburtstag, sondern der 66.

Christa Kunaschk aus Cottbus schreibt zu „Volkssolidarität kündigt bessere Beratung und Betreuung an“ (RUNDSCHAU, 17. Oktober): In Ihrem Artikel vom 17. Oktober „Volkssolidarität kündigt bessere Beratung und Betreuung an“ berichteten Sie über die Landesdelegiertenversammlung der Volkssolidarität. Hier ist Ihnen ein grober Fehler unterlaufen. Sie schrieben: „Der größte Wohlfahrts- und Sozialverband im Osten feierte in diesem Herbst sein 75-jähriges Bestehen.“ Damit wären wir in der Zeit des Faschismus entstanden.

Die Gründungsurkunde der basisdemokratisch gebildeten „Volkssolidarität“ trägt das Datum vom 17. Oktober 1945. Im Jahre 1945 zählte die Soforthilfe der Obdachlosen, Flüchtlinge und Heimkehrer zu ihren Aufgaben. Der Aufbau von Krankenpflegeheimen, Kinder- und Altenheimen und vieles andere machte sie sich zur Aufgabe.

Die Volkssolidarität wurde also in diesem Oktober 2011, 66 Jahre alt. ( . . . )

Christa Kunaschk ist Sprecherin des Beirates des Regionalverbandes Lausitz der Volkssoli darität. Sie hat recht, die Volkssolidarität wurde erst 1945 gegründet. Die Redaktion