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Clown-Attacken erreichen die Lausitz

Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert am 22.10.2016 in Berlin.
Ein als sogenannter Horror-Clown verkleideter Mann posiert am 22.10.2016 in Berlin. FOTO: Paul Zinken (dpa)
Görlitz/Passau/Düsseldorf. Die Übergriffe von Grusel-Clowns machen nicht nur der Zirkusbranche Sorgen - von den Opfern der Übergriffe ganz zu schweigen. Inzwischen sind erste Vorfälle auch in der Lausitz bekannt. Nun reagiert die Politik. dpa/rdh

Die Grusel-Clown-Angriffe haben inzwischen auch die Lausitz erreicht. In den vergangenen vier Wochen sind der Polizei aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz sieben Clown-Attacken bekannt geworden, bei denen mit Clown-Gesichtern maskierte, unbekannte Personen arglose Passanten attackiert haben. Die Angriffe spielten sich in den Revierbereichen Bautzen und Hoyerswerda (je ein Fall), sowie Görlitz (3) und Weißwasser (2) ab.

Attacke in Hoyerswerda

Der jüngste Fall wurde am Montag aus Hoyerswerda bekannt: Am frühen Montagmorgen rief die Mutter eines 17-Jährigen die Polizei. Ihr Sohn war den Angaben nach gegen 4:40 Uhr in Hoyerswerda von einer unbekannten Person mit einem Knüppel geschlagen worden. Das Gesicht des Täters war mit einer Clown-Maske verhüllt gewesen. Der Jugendliche war mit dem Fahrrad in Hoyerswerda zwischen der Claus-von-Stauffenberg-Allee und der Konrad-Zuse-Straße durch einen Durchlass gefahren, als die Person aus einem Gebüsch sprang. Mit einem Knüppel schlug der Unbekannte dem 17-Jährigen auf den Arm. Der Junge informierte seine Mutter und ließ sich anschließend in einem Krankenhaus behandeln.

Die Kriminalpolizei hat die Untersuchungen aufgenommen. Die Ermittler suchen Zeugen, die den Sachverhalt gesehen haben oder Angaben zum maskierten Täter machen können. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeirevier Hoyerswerda auch telefonisch unter 03571 465-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Bereits Ende vergangener Woche gab es einen Fall des neuen Horrortrends. In Bautzen rief ein 28-jähriger Mann die Polizei. Er gab an, vor einer halben Stunde von einem maskierten Clown verfolgt worden zu sein. Dieser sei aus einem Gebüsch gesprungen und habe eine Axt in der Hand gehalten. Eine Streife prüfte den Bereich, niemand war anzutreffen. "Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen zum Verdacht der Bedrohung aufgenommen", teilte Polizeisprecher Thomas Knaup gegenüber der RUNDSCHAU mit.

Bundesweite Angriffe und Reaktionen

Seit einigen Tagen registrieren die deutschen Behörden vermehrt Übergriffe und Angriffe bewaffneter "Clowns", die mit dem anstehenden Halloween zu tun haben. Die Täter in unheimlichen Kostümen erschrecken und bedrohen Passanten. In Gelsenkirchen griffen Maskierte einen 33-jährigen Mann mit einem Messer an und verletzten ihn leicht. Die gefilmten Aktionen werden häufig anschließend im Internet veröffentlicht.

Die Übergriffe sogenannter Grusel-Clowns rufen jetzt auch die Politik auf den Plan. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte ein hartes Vorgehen an. „Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). „Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden.“

Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte Grusel-Clowns vor den Folgen ihrer makabren Aktionen. „Wer andere sprichwörtlich zu Tode erschrecken will, ist nicht lustig, sondern ein Straftäter“, sagte Kutschaty der „Bild“-Zeitung (Montag). Selbst wenn dem Opfer nichts passiere, könne die Tat eine strafbare Bedrohung sein. „Und auch hierfür kann der demaskierte Clown schon bis zu einem Jahr im Gefängnis landen.“

Seit Tagen registriert die Polizei bundesweit vermehrt Attacken solcher vermeintlicher Clowns, die Passanten erschrecken und zum Teil auch angreifen. Die Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg rief Passanten zum Widerstand auf. Wer einem Grusel-Clown begegne, solle auf ihn zulaufen und beispielsweise laut „Hau ab“ rufen. „Wir halten diese geistigen Tiefflieger für sehr gefährlich.“