Und sie besitzen beachtliche Kräfte und können das Hundertfache ihres eigenen Körpergewichtes schleppen.
Kati Ehlert, die im Naturpark Dübener Heide für das Projekt Umweltbildung zuständig ist, hat vor kurzem zur ersten Waldameisentour in den Naturpark zwischen Bad Düben und Torgau eingeladen. Die Wanderung auf den Spuren der staatenbildenden Insekten ist eine von mehreren Touren des Projektes "Erlebnis Wildtier", mit dem die Dübener Heide bekannter werden möchte.
Ehlert hat mit den Teilnehmern der Waldameisentour einen Lehrpfad besucht, auf dem elf Ameisenhaufen nebeneinander zu finden sind. "Das ist nur etwas für Unerschrockene", räumt die 30-Jährige ein. Feste Schuhe waren nötig, denn nicht selten erkunden Ameisen auch die Beine neugieriger Spaziergänger. Damit dies nicht passiert, mussten die Tourteilnehmer als "Schutzmauer" eine Creme um ihre Fesseln verteilen.
Das schreckt die kletterfreudigen Tierchen ab. Bei den Ameisen, sagt Ehlert, habe jedes einzelne Tier seine Funktion. So gebe es neben der Königin, die für den Fortbestand des Volkes zuständig ist, auch "Lehrerinnen", die den jungen Ameisen ihre Funktion zuweisen sowie "Polizisten", die den Ameisenstaat bewachen.
Interessant sind auch die anderen Wanderungen auf den Spuren der Wildtiere in der Dübener Heide. "Besucher können erstmals typische Wildtierarten wie Biber, Kraniche, Fischadler sowie Rot-, Reh- und Schwarzwild in ihren natürlichen Lebensräumen erleben", wirbt Nico Fliegner, der Sprecher des insgesamt 753 Quadratkilometer großen Naturparks, der sich über Sachsen und Sachsen-Anhalt erstreckt. "Die meisten Leute kennen die Tiger im Zoo, wissen aber viel zu wenig über unsere heimischen Wildtierarten", erklärt Ehlert.
Der Verein veranstaltet Kranich- und Rotwildwochen mit geführten Touren und ergänzenden Filmen. Ende Oktober geht es einem Gerücht an den Kragen, dem vom bösen Wolf. Unter dem Motto "Rückkehr der Wölfe" erklären Experten, warum der Wolf nicht böse ist und dass die Dübener Heide auch für diese Tiere ein geeigneter Lebensraum wäre. Noch gibt es in dem Naturpark keinen Wolf.