"Die Ergebnisse machen deutlich, dass bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu immer längeren Überlebenszeiten führen", sagte Clauß. Demnach wächst die Zahl der Krebsfälle entsprechend der älter werdenden Bevölkerung. Am stärksten gefährdet sind demnach Über-60-Jährige. Diese Altersgruppe macht laut Bericht drei Viertel der neuen Fälle aus - obwohl manche Krebsarten bei früher Erkennung geheilt werden können.

"Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs haben gute Heilungschancen, wenn sie früh erkannt werden", sagte Ministerin Clauß. Allerdings nehmen noch deutlich zu wenige Menschen die Möglichkeit wahr, sich rechtzeitig untersuchen zu lassen. Am wenigsten die Männer: Von ihnen gingen 2010 knapp 240 000 zur Früherkennung - von insgesamt fast einer Million Berechtigten.

Geneigter zeigen sich die Frauen, von denen 55 Prozent zur Untersuchung kamen. Inzwischen überleben etwa 60 Prozent aller Krebspatienten in den Ostländern laut Register ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre.

"Noch vor 20 Jahren waren es lediglich 30 Prozent", so Clauß. Die guten Überlebenschancen sind auch Ursache dafür, dass immer mehr Menschen mit Krebs leben. 2009 waren es etwa 80 000 Männer und 78 000 Frauen, die bis zu zehn Jahre lang mit einer Tumorerkrankung lebten.

Die häufigste Krebsneuerkrankung ist bei Männern Prostatakrebs mit einem Anteil von 24 Prozent an allen Krebsneuerkrankungen und bei Frauen Brustkrebs mit 30 Prozent. Die häufigsten zum Tode führenden Krebsarten sind bei Männern Lungenkrebs mit einem Anteil von 24 Prozent und bei Frauen Brustkrebs mit einem Anteil von 14 Prozent. Im Berichtszeitraum sind jährlich 27 800 Krebsneuerkrankungen aufgetreten. Unter der Annahme, dass sich der bis 2009 beobachtete Erkrankungstrend fortsetzt, werden im Jahr 2013 etwa 29 100 Neuerkrankungen erwartet, das entspräche einer Zunahme um fünf Prozent. 44 Prozent aller Männer und 36 Prozent aller Frauen in Sachsen erkranken laut dem Bericht im Laufe ihres Lebens an Krebs. Wie die Deutsche Krebshilfe kürzlich mitteilte, erkranken jährlich fast 68 000 Männer bundesweit an Prostatakrebs. Kinder indes sind besonders im Sommer von Hautkrebs bedroht. Kinderhaut reagiert sehr empfindlich auf krebserregende UV-Strahlen der Sonne.

Laut Krebshilfe haben sich die Zahlen der Hautkrebsfälle in den letzten 40 Jahren vervierfacht. 234 000 Menschen erkranken derzeit bundesweit jährlich an einem Tumor der Haut. Experten machen insbesondere UV-bedingte Hautschäden, die in der Kindheit und Jugend erworben wurden, für diesen Trend verantwortlich.

"Bei Kindern gilt es daher, starke Sonnenbestrahlung zu vermeiden", so Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention. "Sonnengerechte Kleidung sowie richtig aufgetragene Sonnenschutzmittel bieten zusätzlichen Schutz."