Au ch die vor drei Jahren festgestellten Kosten in Höhe von 960 Millionen Euro könnten eingehalten werden. Mit der Einbeziehung des Tunnels in den S-Bahn-Verkehr werde in Mitteldeutschland die Anbindung an den Fernverkehr verbessert, sagte Morlock weiter. "In einigen Jahren wird sich niemand mehr vorstellen können, wie der S-Bahn-Verkehr ohne diesen Tunnel einmal funktioniert haben soll." Der Tunnel unterquert die Leipziger Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. In Zukunft soll der Regionalbahnverkehr durch die etwa vier Kilometer langen Röhren fahren können und somit nicht mehr die Stadt umrunden müssen.

Am Donnerstag präsentierte Morlock zusammen mit dem Architekten Max Dudler einen der fast fertigen unterirdischen Bahnhöfe. "Ich hoffe, dass er als Kunstwerk auch noch in 100 Jahren dasteht", sagte Dudler. Er habe nach Auftragserteilung vor 16 Jahren versucht, Elemente aus der berühmten Leipziger "Mädler-Passage" in die Gestaltung der Station einfließen zu lassen. Die Wände sowie die Decke bestehen nun aus 130 000 Glasbausteinen, die von hinten beleuchtet werden. Eine Konstruktion aus 300 Tonnen Stahl trägt die transparent erscheinenden Wände.

Auch die Deutsche Bahn zeigte sich mit dem Baufortschritt zufrieden. "Die vier Bahnstationen sind so gut wie fertig", sagte der Konzernbevollmächtigte für Mitteldeutschland, Artur Stempel. Derzeit würden abseits des Tunnels zahlreiche Bauarbeiten unternommen, um den Tunnel in das bestehende Bahnnetz einzubinden. Ab etwa Mitte des kommenden Jahres würden die Abläufe an den neuen Bahnstationen geprobt, sagte Stempel weiter. Die Deutsche Bahn baut den Tunnel zusammen mit dem Freistaat Sachsen .