Doch sein neuer Film "A bras ouverts", (etwa: Mit offenen Armen) handelt ihm und dem Regisseur Philippe de Chauveron Ärger ein. Kritiker halten den Film für rassistisch.

Clavier, der heute 65 Jahre alt wird, hätte seinen Geburtstag sicherlich gerne vor einem erfreulicheren Hintergrund gefeiert. "A bras ouverts" kam in Frankreich genau einen Tag vor seinem Geburtstag in die Kinos. Er erzählt die Geschichte eines linken Intellektuellen, der in einer Fernsehsendung die Reichen dazu aufruft, Notleidende bei sich aufzunehmen. Eines Abends steht eine Roma-Familie vor der Tür seiner prächtigen Villa. Er nimmt sie auf, doch sein Humanismus schwindet von Tag zu Tag.

"Rassismus in hohen Dosen" schrieb "Le Monde". Von einer demütigenden und traumatisierenden Darstellung der Roma sprach die Vereinigung "Die Stimme der Roma". Clavier versteht den Ärger um den Film nicht. In einer Fernsehsendung kritisierte er die heutige Zeit, in der man nicht mehr über alles lachen darf. Unsere Gesellschaft sei in Sachen Humor weniger tolerant geworden, sagt er.

In 30 Jahren spielte der gebürtige Pariser in mehr als 60 Filmen mit, vor allem in Komödien. Erstmals stand er als 15-Jähriger in einem Theaterstück von Michel Blanc auf der Bühne. Als die Zuschauer lachten, fand er das Echo und die Anerkennung zunächst etwas merkwürdig, aber auch angenehm. In einem Interview sagte er über diesen Auftritt: "Ich merkte, dass ich die Leute zum Lachen bringen konnte. Das fühlte sich gut an."

Zusammen mit Michel Blanc und Thierry Lhermitte gründete er die legendäre Comedygruppe Le Splendid. Die Theatergruppe, zu der unter anderen Gerard Jugnot ("Die Kinder des Monsieur Mathieu") gehörte, feierte auch große Kinoerfolge, vor allem mit den "Les Bronzés"-Komödien, die der Regisseurs Patrice Leconte auf die Leinwand brachte. Sie wurden in Deutschland unter den Titeln "Die Strandflitzer" und "Sonne, Sex und Schneegestöber" bekannt. Seinen internationalen Durchbruch schaffte er mit "Die Besucher", eine Zeitreisekomödie, in der er an der Seite von Jean Reno spielt. Zweimal spielte er in den Verfilmungen von "Asterix" den kleinen Gallier mit Flügelhelm neben Frankreichs Urgestein Gérard Dépardieu.

Er lebt seit mehr als vier Jahren in London, weil man ihn in Frankreich wegen seiner Freundschaft zum damaligen rechtsbürgerlichen Präsidenten Nicolas Sarkozy angegriffen habe, wie er bedauert.