Das bestätigte Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg gestern gegenüber der RUNDSCHAU.
Nach seinen Angaben werde der Fall aber auch dann weiter beobachtet, wenn sich der Anfangsverdacht nicht bestätige. "Wir werden dann prüfen, ob sich aufgrund der Erkenntnisse im Untersuchungsausschuss des Landtages neue Anhaltspunkte für den Untreue-Vorwurf ergeben", so Rautenberg.
Im November 2003 hat der Erlanger Lizenz-Experte Wolfgang Winzer Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue gegen Ourmazd erstattet. Laut Winzer trägt Ourmazd unter anderem die Verantwortung dafür, dass das staatliche Institut für Halbleiterphysik (IHP) dem US-Konzern Intel als Mitgesellschafter von Communicant eine kostenlose Lizenz für seine Technologie gegeben habe, während Communicant für die Intel-Technologie 40 Millionen Dollar zahlen sollte. 24 Millionen hat das inzwischen gescheiterte Unternehmen bereits an den Mitgesellschafter ausgezahlt. Dieser einseitige Vertrag zu Lasten des IHP ist nach Winzers Auffassung ein klarer Fall von Untreue durch Ourmazd, der die Verträge verhandelt habe und Geschäftsführer des IHP gewesen sei. Ourmazd hatte wegen des Untreue-Vorwurfs eine einstweilige Verfügung gegen Winzer erwirkt, die inzwischen aufgehoben ist.
Vor der Allmacht von Ourmazd, der zuerst Geschäftsführer des IHP und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Communicant sowie ab September 2002 Vorstandsvorsitzender war, ist rechtzeitig gewarnt worden. Auch wurde frühzeitig der Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Gelder laut.