Laut Liquidationsplan stünden nach Zahlung aller Verpflichtungen noch knapp zehn Millionen Euro zur Verfügung, hieß es.

Verantwortung für Lehrlinge
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erinnerte die Gesellschafter gestern an ihre Verantwortung für die Lehrlin-ge. Gegenüber der RUNDSCHAU sagte Platzeck wörtlich: „Es darf nicht dazu kom-men, dass an die Manager hohe Abfindungen gezahlt werden, aber die Lehrlinge auf der Straße liegen.“ Die Landesregierung werde dafür sorgen, dass das nicht passiere.
Unterdessen haben rund 20 Lehrlinge der mit dem Bau der Chipfabrik gescheiterten Communicant AG gestern beim Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) Kündigungsschutzklagen eingereicht. Damit soll nach Angaben der IG Metall Zeit gewonnen werden, um eine Auffanglösung auszuhandeln.
Zuvor war bekannt geworden, dass die Manager des Unternehmens, an dem das Land mit knapp sechs Prozent beteiligt ist, Abfindungen in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro kassieren sollen. Dagegen laufen Politiker aller Landtagsparteien Sturm. „Das gesamte vorhandene Geld sollte für die Lehrlingsausbildung verwendet werden“, forderte gestern der Vorsitzende des Landtags-Wirtschaftsausschusses Heiko Müller (SPD). Die Landesregierung müsse die bisher geheimen Zahlen des Liquidationsplans umgehend offen legen.

Ourmazd weiter umstritten
Für den umstrittenen Vorstandschef Abbas Ourmazd wird es unterdessen „eng“, wie die RUNDSCHAU aus Gesellschafterkreisen weiter erfuhr. Auf der Gesellschafterver-sammlung am kommenden Montag, auf der die Liquidation des Unternehmens be-schlossen werden soll, soll ihm das Vertrauen entzogen werden. Ein entsprechender Misstrauensantrag der Landesinvestitionsbank sowie der privaten Investoren-Gruppe GSMC Planning liege vor, hieß es. Allerdings sollen das Emirat Dubai als Hauptgesellschafter und der US-Chiphersteller Intel als weiterer Gesellschafter gegen die Ablösung von Ourmazd sein.