Die RUNDSCHAU stellt die wichtigsten Entscheidungsträger vor: Hu Jintao tritt die Nachfolge von Jing Zemin als Staatschef an. Der 60-Jährige ist bereits seit November Chef der Kommunistischen Partei. Der studierte Wasserbau-Ingenieur gilt als weitgehend unbeschriebenes Blatt. Bislang konzentrierte sich Hu, der 1985 in Guizhou der jüngste Provinzparteichef Chinas wurde, auf innenpolitische Themen. Hu wurde 1992 jüngstes Mitglied des Politbüros der KP. Sechs Jahre später übernahm er das Amt des Vizepräsidenten.
Neuer Regierungschef wird der 60-jährige Wen Jiabao. Der Technokrat gilt als Experte in den Bereichen Landwirtschaft und Finanzen. Die bisherige Nummer Drei im Politbüro soll ehrgeizige Reformpläne haben: So will er angeblich die Anzahl der Ministerien und Regierungskommissionen von 29 auf 21 reduzieren. Ebenso wie sein Vorgänger Zhu Rongji ist Wen im Volk beliebt.
Wu Bangguo ist derzeit Vize-Regierungschef und wird Li Peng als Präsident des Nationalen Volkskongresses, des Parlaments, beerben. Der 61-jährige Vertraute von Jiang war zwischen 1991 und 1994 Parteisekretär in Schanghai. Dem Politbüro gehört er seit zehn Jahren an. Als Präsident eines Parlaments, das im Grunde nur Entscheidungen von oben abzusegnen hat, ist seine Macht gering.
Jiang Zemin tritt zwar als Präsident ab, doch im Hintergrund hat er weiter erheblichen Einfluss. Bereits vor vier Monaten wurde er zum Vorsitzenden des Militärausschusses der KP gekürt. Der Volkskongress wird ihn zudem zum Präsidenten des staatlichen Militärausschusses ernennen. Damit ist Jiang Oberbefehlshaber über die 2,5 Millionen Mann starke chinesische Armee. (AFP/roe)