"Peking ist eine sichere Stadt, aber unglücklicherweise sind wir nicht immun gegen gewalttätige Angriffe", sagte der Vizepräsident des Pekinger olympischen Organisationskomitees, Wang Wei, gestern. Am Vortag hatte ein Chinese ein Urlauberpaar und seine Tochter aus den USA sowie ihre chinesische Reiseführerin in einem Touristenviertel angegriffen. Der Mann, ein Verwandter des Trainers vom US-Volleyball-Team, starb, seine Frau wurde schwer verletzt. Der Angreifer beging danach Selbstmord. Chinas Präsident Hu Jintao sprach seinem US-Kollegen George W. Bush sein Beileid aus.
Wang sagte mit Blick auf die Olympischen Spiele, die Sicherheitsmaßnahmen seien ausreichend. "Man muss sehr vorsichtig sein, wenn man in die Stadt geht", riet der Präsident des Olympischen Komitees Australiens, John Coates. An der chinesischen Mauer installierten die Behörden an einigen Punkten Sicherheitsschranken und Röntgengeräte an den Eingängen.
Bei dem Toten handelt es sich um den Schwiegervater des Trainers des amerikanischen Volleyball-Teams, Hugh McCutcheon, wie das Olympische Komitee der USA (USOC) mitteilte. Die Ehefrau schwebte weiter in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Täter brachte sich nach der Messerstecherei selbst um, indem er sich von dem historischen Trommelturm in der Nähe des Tatortes stürzte, wie Xinhua unter Berufung auf einen Sprecher der Stadt berichtete. Der Trommel- und der Glockenturm befinden sich im Zentrum vom Peking.
Der arbeitslose Angreifer war nach Polizeiangaben 47 Jahre alt und soll aus Ostchina aus der Stadt Hangzhou stammen. Er soll laut Xinhua geschieden sein und einen 21-jährigen Sohn haben. Es handele sich um einen Einzeltäter, erklärte die Usoc. Interpol prüfte, ob der Mann mögliche Verbindungen zu terroristischen oder kriminellen Aktivitäten hatte. Erste Datenauswertungen ließen aber vermuten, dass es sich um eine Einzeltat handele, erklärte Inerpol-Generalsekretär Ronald Noble.
In Peking sind während der Spiele 150 000 Sicherheitskräfte im Einsatz. (AFP/roe)