"Wenn wir hinterherhängen, sind wir angreifbar", begründete Fu Yin die Entscheidung.

Die geplante Aufrüstung liegt in diesem Jahr zwar unter dem Niveau der beiden Jahre zuvor, allerdings deutlich über dem angestrebten Wirtschaftswachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Peking wird in diesem Jahr ein Wachstumsziel von etwa sieben Prozent ausgeben. Im Vorjahr war China mit 7,4 Prozent schon so langsam wie seit 24 Jahren nicht mehr gewachsen.

China müsse seinen Bürgern ein Gefühl von Sicherheit geben, sagte Fu Ying. Die Aufrüstung der Streitkräfte sei Teil der Anstrengungen, China zu modernisieren, sagte die Spitzenfunktionärin. Die geplante Aufrüstung liege auf dem Niveau der angestrebten Steigerung des gesamten Haushaltes. Im Haushaltsentwurf des vergangenen Jahres war Chinas Militäretat um 12,2 Prozent auf 808 Milliarden Yuan (heute umgerechnet 115 Milliarden Euro) angewachsen. Das Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm schätzt die tatsächlichen Ausgaben allerdings um gut die Hälfte höher ein, da viele Posten wie Forschung und Entwicklung in anderen Etats auftauchen. Weltweit steht China mit seinem Verteidigungshaushalt auf Platz zwei hinter den USA, aber vor Russland.

Zum Auftakt der elftägigen Jahrestagung des Volkskongresses wird am heutigen Donnerstag der Haushaltsentwurf veröffentlicht. Zum Abschluss der Tagung werden die rund 3000 Abgeordneten über den Entwurf abstimmen. Die Zustimmung gilt als sicher. Weitere Themen der elftägigen Sitzung sind Umweltschutz und Strafen für häusliche Gewalt.

Der Volkskongress wird von Anti-Korruptionsermittlungen überschattet. In diesem Jahr wurde die Rekordzahl von 39 Abgeordneten wegen Ermittlungen von ihren Ämtern enthoben. Fu Ying wertete das als Erfolg.