Wohl kalkuliert feuerte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan damit eine volle Breitseite gegen die USA und ihre Dominanz im globalen Finanzsystem. Das alte Währungsgefüge habe ausgedient: "Der Ausbruch der Krise und ihre Auswirkungen auf die ganze Welt spiegeln die inhärente Verletzlichkeit und systemimmanenten Risiken des internationalen Währungssystems wider", schrieb der oberste Banker in einem ausführlichen Papier. Das neue Währungssystem mit einer globalen Reservewährung, die vom Internationalen Währungsfonds verwaltet werden solle, müsse unabhängig von einzelnen Ländern sein. Die Grundlage könnten die Sonderziehungsrechte des Fonds bilden. Das ist eine 1969 geschaffene, buchhalterische Einheit, die heute auf vier Währungen basiert - dem US-Dollar und Euro sowie in geringerem Maß dem japanischen Yen und britischen Pfund. Zhou Xiaochuan sieht darin "das Licht am Ende des Tunnels". Ihr zugrunde liegender Währungskorb müsse erweitert werden. Dann soll die neue Geld-Einheit international im Zahlungsverkehr und für Kapitalanlagen eingeführt werden. Zhou räumt ein, dass dies eine "außerordentliche politische Vision" und viel Zeit erfordert. Die Idee ist nicht neu. Schon der britische Ökonom John Maynard Keynes hatte in den 40er-Jahren eine globale Währung vorgeschlagen.