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| 20:27 Uhr

Pflanzenschutzmittel
Chemiekonzerne schulen Bauern

Ein Landwirt sprüht mit einem Traktor Pflanzenschutzmittel auf ein Feld. Der fruchtbare Boden der Gegend zwischen Köln und Bonn wird zur intensiven Landwirtschaft genutzt.
Ein Landwirt sprüht mit einem Traktor Pflanzenschutzmittel auf ein Feld. Der fruchtbare Boden der Gegend zwischen Köln und Bonn wird zur intensiven Landwirtschaft genutzt. FOTO: Henning Kaiser / dpa
Grüne kritisieren Vermischung von Produktinformation und Werbung für den Pestizideinsatz. Von Daniel Friedrich

Im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln schulen auch große Chemiekonzerne Lausitzer Landwirte. Mit Syngenta und BASF bieten zwei der weltweit umsatzstärksten Unternehmen der Branche „Winterschulungen“ für Bauern an. „Dabei stehen sicher auch Strategien dahinter, um sich am Markt zu platzieren“, vermutet die Leiterin des amtlichen Pflanzenschutzdienstes in Brandenburg, Sylvia Knopke. Ihr Landesamt bietet unter der Bezeichnung „Winterschulung“ ebenfalls Infoveranstaltungen an. Allerdings dienen diese offiziellen Weiterbildungszwecken und sind unabhängig von Herstellerinteressen.

Benjamin Raschke, landwirtschaftspolitischer Sprecher von B90/Grüne im Potsdamer Landtag, kritisiert die Vermischung von Werbung und Produktinformation: „Es ist gut, dass es Schulungen für Landwirte gibt, aber diese gehören ausschließlich in staatliche Hand.“

Der frühere Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg und SPD-Abgeordnete Udo Folgart sieht durch privatwirtschaftliche Schulungen die Kompetenzen der landwirtschaftlichen Betriebsleiter gefördert, „solange sich die Landwirte bei allen Anbietern von Pflanzenschutzmitteln Informationen und Angebote einholen.“

Innerhalb der vergangenen 20 Jahre ist der Absatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland um mehr als 10 000 Tonnen gestiegen. Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden im Jahr 2016 fast 47 000 Tonnen Pflanzenschutzmittel im Inland verkauft.