Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke gegen Randalierer ein und nahm 15 Personen fest. Politiker und Polizeigewerkschaften reagierten mit Entsetzen.

Die Proteste begannen am frühen Morgen im Umkreis der hermetisch abgeriegelten EZB-Türme und schlugen schnell in massive gewaltsame Auseinandersetzungen um - Stunden vor einem Festakt zur offiziellen Eröffnung des imposanten EZB-Baus. Demonstranten warfen Pflastersteine und Böller gegen Polizisten und Wasserwerfer. Überall in dem Stadtteil brannten Mülltonnen, Reifen oder Polizeiautos. Der Verkehr kam zum Erliegen.

Rauchschwaden zogen über das Mainufer, in der Luft lag der beißende Geruch von Tränengas. Feuerwehrwagen und Straßenbahnen seien mit Steinen attackiert, die Feuerwehr, die zu Dutzenden Einsätzen ausrückte, am Löschen gehindert worden, teilte die Polizei mit. Am Mittag beruhigte sich die Lage um die EZB.

Nach Angaben der Polizei versuchten rund 3000 Demonstranten, das EZB-Gelände zu stürmen, wurden aber von den Beamten gestoppt. Nach Polizei-Angaben wurden bis zum Nachmittag 94 Polizisten verletzt, die meisten davon durch Reizgas. Das Blockupy-Bündnis teilte mit, beim Einsatz von Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken durch die Polizei seien mehr als 130 Demonstranten verletzt worden.

Blockupy-Anmelder Ulrich Wilken (Linke), der einen "bunten Protest" angekündigt hatte, zeigte sich "entsetzt und bestürzt" angesichts der Gewalt. "Das ist nicht das, was wir geplant haben". Gleichzeitig äußerte er Verständnis "für die Wut und die Empörung" der Demonstranten auf die EZB-Politik. Polizeigewerkschaften sehen in den Ausschreitungen eine neue Dimension der Gewalt. Auch zahlreiche Politiker kritisierten das Verhalten der Demonstranten. "Alle, die sich hier missbräuchlich auf Freiheitsrechte berufen, müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaats rechnen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).