Wir vermuten, dass sie über Tschechien ins Erzgebirge gelangt", sagte Wildkatzen-Expertin Almut Gaisbauer. Am Mittwoch kamen in Plauen Naturschützer zusammen, um über einen landesweiten Biotopverbund für die Wildkatze zu beraten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) möchte bei seinem Projekt "Wildkatzensprung" Wälder in zehn Bundesländern vernetzen und so den seltenen Wildkatzen wieder mehr Lebensraum verschaffen.

Nach Angaben des BUND galt die Wildkatze in Sachsen bis 2008 als ausgestorben. Damals habe im Vogtland ein Waldarbeiter eine tote Katze gefunden, die nach genetischer Untersuchung eindeutig als Wildkatze klassifiziert werden konnte, sagte Gaisbauer. Auch später kam es zu mehreren Nachweisen in Sachsen. Seit 2012 fehlt allerdings jede Spur. Das Problem: Häufig werden verwilderte Hauskatzen mit Wildkatzen verwechselt. Diese Katzenart bekommt man nur äußerst selten zu Gesicht. Wildkatzen gelten als extrem scheue Räuber. Letztlich kann nur eine genetische Untersuchung Klarheit über den Status bringen.

Im "Atlas der Säugetiere Sachsens" ist der Wildkatze ein eigenes Kapitel gewidmet. Autorin Ursula Heinrich rechnet mit einer Einwanderung der Wildkatze aus Thüringen ins Vogtland. Laut Gaisbauer erschweren aber Straßen und Siedlungen die Wanderung der Katzen. Momentan arbeite man daran, geeignete Korridore für die Ausbreitung zu modellieren. Laut Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ist kein Programm zur Wiederansiedlung der Wildkatze geplant. Auch der BUND ist dagegen. "Die Tiere müssen auch wieder abwandern können", begründete Gaisbauer. Solange es keine Korridore für die Wildkatze gebe, sei das nicht garantiert.