Der Mann habe zunächst keine Freigänge mehr, sagte gestern ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Der 38-Jährige soll Anfang Dezember zwei junge Patienten im Alter von 10 und 12 Jahren missbraucht haben.
Der Mann soll spätestens heute zu den Vorwürfen befragt werden, sagte der Sprecher weiter. Laut Staatsanwaltschaft durfte sich der mutmaßliche Täter ab und zu stundenweise außerhalb des Maßregelvollzuges auf dem Klinikgelände aufhalten. Das Landgericht Potsdam hatte ihn 1993 wegen sexueller Nötigung, Körperverletzung und Diebstahl zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und eine Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.
Die CDU-Landtagsfraktion in Potsdam bezeichnete den Brandenburger Maßregelvollzug gestern als Tollhaus. Der Parlamentarische Geschäftsführer Dierk Homeyer forderte, Missstände sofort zu beseitigen. Dies sei bislang trotz einer erheblichen Aufstockung der entsprechenden Haushaltsmittel nicht geschehen.
Unterdessen hat die SPD-Landtagsfraktion hat gestern einen CDU-Vorstoß begrüßt, die Zuständigkeit für den Maßregelvollzug psychisch kranker Straftäter künftig vom Gesundheits- auf das Justizministerium zu übertragen. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Sven Petke, hatte das am Vortag im Zusammenhang mit der Verurteilung des Schwerverbrechers Frank Schmökel angeregt. (dpa/ta)