Im Ländervergleich rangiere Brandenburg mit bisher lediglich 4774 Datensätzen im hinteren Drittel, erklärte gestern der CDU-Innenexperte Sven Petke. Das reiche längst noch nicht aus.
Mit dem genetischen Fingerabdruck könnten inzwischen schwere Verbrechen wie Mord noch nach 25 Jahren aufgeklärt werden. Unter den neuen Bundesländern solle sich Brandenburg ein Beispiel an Sachsen nehmen, das bereits 17 160 Sätze für die Kartei geliefert habe. Bundesweit umfasse die 1998 eingerichtete Datei inzwischen fast 233 000 Daten von über 202 000 Straftätern, die die Länder eingegeben hätten. Die Daten wären nicht zum Nulltarif zu haben. Jeder Test in den Labors koste zwischen 30 bis 40 Euro.
Die relativ geringe Anzahl von Datensätzen aus Brandenburg sei vor allem der hohen Arbeitsbelastung innerhalb der Staatsanwaltschaften und Gerichte geschuldet, sagte der Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter Wolfgang Bauch. Der Bundesgesetzgeber habe "den Korb jedoch sehr hoch gehängt". Jede Anfertigung einer Gen-Datei stehe unter Richtervorbehalt und bedürfe eines Gerichtsbeschlusses. Das müsse möglichst schnell korrigiert werden, forderte Bauch.
Zugleich sprach er sich für eine Ausweitung der DNA- Analysen aus. Neben Schwerstkriminellen müssten weitere Delikte erfasst werden. Dazu gehörten auch Einbruch oder das Knacken von Autos. Bauch plädierte dafür, das Erstellen der Daten künftig bereits zum Standard bei der erkennungsdienstlichen Behandlung von Straftätern zu machen. (dpa/ta)