Und das sei gut so: "Bildung ist die zentrale Frage des sozialen Aufstiegs und der sozialen Gerechtigkeit." Und weil in einem Jahr in Sachsen Landtagswahlen sind, beginnt die sächsische CDU zugleich, erste Pflöcke für den Wahlkampf einzuschlagen. Der Landesvorstand beschloss gestern Abend ein "Schulpolitisches Grundsatzpapier", das vor allem die Ergebnisse der letzten Jahre beschreibt - aber auch ein paar neue Ansätze erkennen lässt.
So stellt sich Kultusminister Roland Wöller "Bildungshäuser" vor, in denen Kita und Grundschule unter einem Dach enger kooperieren und Kinder von drei bis zehn Jahren gemeinsam aufwachsen können. Um dem drohenden Mangel an Lehrern vor allem in Latein und Naturwissenschaften zu begegnen, will Wöller zudem nicht nur bestimmten Studenten Einstellungszusagen machen, sondern ihnen möglicherweise auch Stipendien anbieten. "Wir müssen heute Vorsorge für die Zeit in fünf oder zehn Jahren treffen", sagt Wöller. "Da ist Latein-Lehrer ein Zukunftsberuf."
Außerdem will die CDU die Quote derjenigen senken, die ohne Abschluss die Schule verlassen - zuletzt rund neun Prozent. Einen Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss, wie ihn die Bundes-SPD verfolgt, hält Kretschmer indes für Unsinn. Wichtiger sei es, die dafür nötigen Bildungsangebote zu schaffen. So sollen die Lerncamps und Lernnetzwerke für jene Schüler ausgebaut werden, die ohne Abschluss abzugehen drohen. Dafür sollen auch EU-Gelder fließen.
Die Rathäuser sollen künftig einen stimmberechtigten Sitz in der Schulkonferenz haben - und den Schulen ein Jahresbudget bereit stellen. Das auch ihre Wünsche Geld kosten, bestreiten Wöller und Kretschmer nicht. Fragen nach mehr Geld für den Schulbereich bleiben jedoch unbeantwortet. Stattdessen verweisen sie auf sächsische Erfolgsgeschichten, die vielen noch immer unbekannt seien: Die Gründung der Mittelschulen, das Abitur nach zwölf Jahren, die Reform der Oberstufe, die Einführung von Kopfnoten, die frühkindliche Bildung.