Nitzsche hatte bei einer Parteiveranstaltung in Bezug auf den Umgang Deutschlands mit seiner Vergangenheit von einem "Schuldkult" gesprochen. Zudem bezeichnete er die einstige rot-grüne Bundesregierung als "Multi-Kulti-Schwuchteln", von denen Deutschland nie wieder regiert werden dürfte. Nitzsche hatte nach massiver Kritik seine Äußerungen bedauert und von einem Missverständnis gesprochen. Er war bereits als CDU-Kreisvorsitzender von Hoyerswerda/Kamenz zurückgetreten.

Der 47-Jährige will aber sein Bundestagsmandat behalten. Eine Entschuldigung für seine Äußerungen lehnte er ab. "Ich würde erneut den Trend benennen, dass Multi-Kulti-Schwuchteln unser Vaterland heruntergewirtschaftet haben", sagte der Politiker jetzt laut Medienberichten.

Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer erklärte: "Offiziell haben wir sein Austrittsschreiben noch nicht erhalten. Aber wir haben keinen Zweifel an seinem Schritt."

"Ich habe es satt, der Buhmann zu sein", sgte der 47-jährige Nitzsche und wiederholte Vorwürfe gegen die Parteispitze in Sachsen. Diese habe zunächst seine umstrittenen Äußerungen toleriert, "um mich dann nach öffentlichem Druck als rechtsradikal zu verunglimpfen". Namentlich nannte er CDU-Chef und Ministerpräsident Georg Milbradt sowie Generalsekretär Michael Kretschmer.

Henry Nitzsche hatte kurz nach seinen letzten verbalen Entgleisungen eine Einladung von der NPD erhalten. Der sächsische NPD-Fraktionschef Holger Apfel hatte ihm einen Aufnahmeantrag für seine Partei zugeschickt. Apfel schrieb darin: Nitzsche habe mit seinen Äußerungen "den letzten Schritt hin zu authentischen nationalen Positionen gemacht".

Weiter hieß es in dem Schreiben, das die NPD auf ihrer Internetseite veröffentlichte: "Herr Nitzsche, schreiben Sie Geschichte und werden Sie erster Bundestagsabgeordneter der NPD! Um Ihnen diesen Schritt zu erleichtern, habe ich Ihnen einen Aufnahmeantrag zum Eintritt in die NPD beigelegt."

(dpa/jas)