In der Lausitz werden die Pläne zum Umzug des Potsdamer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur nach Cottbus begrüßt. Außerhalb der Lausitz dagegen wächst der Widerstand gegen die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angekündigte Verlagerung nach Cottbus.

Nach dem Personalrat, mehreren SPD-Politikern und den Brandenburger Grünen hat sich nun auch der Landesmusikrat gegen einen Umzug ausgesprochen. Die Verlagerung des Ministeriums könne dazu führen, dass das Ministerium künftig als „Ministerium zweiter Klasse“ angesehen wird, sagte die Generalsekretärin des Musikrates, Konstanze Sander. Dies werde der Bedeutung des Kultur- und Wissenschaftsstandorts Brandenburg nicht gerecht. Zudem hätten die meisten Kulturverbände ihren Sitz in der Landeshauptstadt und würden in die Gefahr geraten, ihren politischen Ansprechpartner zu verlieren.

Schierack wirft Musikrat Arroganz vor

Der Cottbuser CDU-Landtagsabgeordnete Michael Schierack warf der Musikratsvorsitzenden daraufhin Arroganz vor. „Brandenburg ist nicht nur Potsdam“, erklärte Schierack, an die Adresse Sanders gerichtet. „Ja, Sie müssten sich bequemen nach Cottbus zu reisen, wenn Sie den Kontakt pflegen wollen, so wie es viele Menschen aus Brandenburg seit Jahren auf sich nehmen, nach Potsdam zu reisen.“ Die Frage sei, für wen dies eine Zumutung sei. Seine Unterstützung habe der Landesmusikrat jedenfalls verloren, erklärte der CDU-Politiker, der für seine Fraktion Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur ist.

Viel Unterstützung in der Lausitz für Umzug

In der Lausitz sprachen sich zahlreiche Politiker unterdessen für die Verlagerung des Ministeriums aus. So erklärten die Bürgermeister von Cottbus und Senftenberg, Holger Kelch (CDU) und Andreas Friedrich (SPD), die Region würde diese Stärkung dringend benötigen. „Unsere Städte und damit die Bürgerinnen und Bürger können angesichts des laufenden Strukturwandels der Region mit diesem Umzug nur gewinnen: Zum einen neue, tariflich bezahlte Arbeitsplätze, zum anderen aber auch Vertrauen in die Verlässlichkeit der Landespolitik.“

Der Lausitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Schulze regte zudem einen Umzug des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung in die Region an. Das Institut habe den Ausstieg aus der Kohle wiederholt als „wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel bezeichnet.“ In der Lausitz könnte das Institut die mit dem Kohleausstieg verbundenen Herausforderungen gewissermaßen am Objekt analysieren und Erkenntnisse gewinnen, so Schulze, „die als Blaupause für andere Kohleregionen genutzt werden könnten.“

Protest gegen geplanten Ministeriums-Umzug Beamte wollen nicht nach Cottbus

Potsdam

Bürgermeister von Cottbus und Senftenberg unterstützen Pläne der Brandenburger Regierung Lausitzer Politiker für Cottbus-Umzug von Wissenschaftsministerium

Cottbus/Senftenberg