Der Beschluss, unter bestimmten Bedingungen mit der Türkei 2004 Beitrittsverhandlungen aufzunehmen, sei ein "schwer wiegender Fehler", sagte Unions-Außenexperte Friedbert Pflüger (CDU). Er nannte das Angebot "unseriös". "Die Türkei ist bei weitem nicht reif dafür, die Kriterien für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen zu erfüllen", erklärte Pflüger.
Abweichend von der CDU/CSU-Linie bezeichnete Volker Rühe, Ex-Verteidigungsminister und zurzeit Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, das EU-Angebot an die Türkei jedoch als richtig. Der CDU-Politiker meinte, die Vereinbarung von Kopenhagen biete Europa genug Sicherheiten und sei auch für die Türkei akzeptabel. Die EU sei kein christlicher Club, betonte Rühe. Deshalb dürfe Religion kein Ausschlusskriterium für eine Mitgliedschaft in der EU sein. Dies war von mehreren Politikern der Unionsparteien als Argument in der Türkei-Debatte angeführt worden.