Am Mittwoch warfen die märkische CDU-Landesgruppe im Bundestag, die FDP und die Grünen der Potsdamer Regierung vor, aus dem Hilfsprogramm "Prestige"-Projekte für Sportvereine finanzieren zu wollen, die von führenden SPD-Politikern wie Finanzminister Rainer Speer oder Bildungsminister Holger Rupprecht geführt werden. In Potsdam soll etwa das Liebknecht-Stadion für acht Millionen Euro saniert werden, in dem die Vereine Babelsberg 03 (Präsident: Speer) und Turbine-Potsdam (Präsident: Landtagsfraktionschef Günter Baaske) trainieren. Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) hingegen verteidigte die Mittelvergabe. Es gehe schließlich auch um die Sanierung von Anlagen für den Schulsport wie etwa die Leichtathletik-Laufhalle im Cottbuser Sportzentrum "in Größenordnungen, die wir als Stadt allein nie leisten könnten". Für die Grüne-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm hat das alles dennoch ein "Geschmäckle". Die Regierung dürfe die Mittel nicht nach "Gutsherrenart" vergeben. Das Konjunkturpaket sei kein "Selbstbedienungsladen", warnte auch FDP-Generalsekretär Hans-Peter Goetz. Brandenburgs CDU-Bundestagsgruppe ist ein Dorn im Auge, dass SPD-geführte Städte insgesamt besonders beglückt werden sollen. So sind allein 36 Millionen Euro für die SPD-regierten Städte Potsdam und Cottbus vorgesehen, in die CDU-regierten Kommunen Brandenburg und Frankfurt (Oder) dagegen nur 10,5 Millionen Euro. Szymanski hält dem entgegen, dass sich das ganze Land freue, "wenn unsere Sportler Olympiamedaillen erringen. Dafür aber sind auch Investitionen in die Infrastruktur notwendig". Intern hat Regierungschef Platzeck nach RUNDSCHAU-Informationen bereits "Korrekturen" zugesichert. Thorsten Metzner