Gab es keine Themen, schmiedete sich Petke gern selbst ein passendes zurecht. Aus einem unscheinbaren Liebesbus einiger Prostituierter, der zeitweise südlich von Potsdam mitten in einem Waldstück an der B 2 parkte, machte er über Monate hinweg ein Politikum, das er immer wieder in die Öffentlichkeit zerrte. Petke sah in dem mobilen Liebesvehikel eine sittliche Bedrohung und hielt unter anderem die Polizei mit dem Thema auf Trab. Doch vergeblich: Es gab keinerlei rechtliche Handhabe dafür, in Deutschland erstmals ein abgelegenes Waldstück zum Sperrgebiet zu erklären. Aus seinem Schweigen meldet sich der ungekrönte Prinz nur noch selten zurück, längst haben ihm die CDU-Frauen das Krönchen vom Haupt gemopst. Die Wirtschaftsexpertin und Fraktionschefin Saskia Ludwig dürfte demnächst auch Parteichefin werden. Personalprobleme haben die Frauen in der Union deshalb nicht. Denn mit der ebenso sympathischen wie kompetenten ehemaligen Justizministerin Barbara Richstein haben sie eine weitere Sympathieträgerin an Bord, die ihre Fähigkeit bereits bewiesen hat und Verantwortung übernehmen kann. Nach Schönbohm, Petke und Ex-Wirtschaftsminister Junghanns scheinen die Männer in der märkischen Union erst einmal ausgespielt zu haben. PS: Petke ist dabei als stellvertretender Landeschef und Vorsitzender des Landtags-Rechtsausschusses formal noch recht gut am Ball. Allerdings kein Vergleich zu seiner Gattin, die binnen weniger Jahre einen Senkrechtstart hinlegte und als Atomkraftlobbyistin inzwischen parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium in Berlin ist. Zu Hause, so plauderte sie einmal, wird Petke angehalten, Energie zu sparen und das Licht auszuknipsen. Wie es scheint, brennt auch sein politisches Licht derzeit auf Sparflamme.