Doch mittlerweile hat Platzeck den Aufsichtsratsvorsitz niedergelegt, der neue Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) darauf verzichtet, und Bretschneider wurde zum Mitglied im Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Die Abteilung in der Staatskanzlei aber besteht weiter: Elf Planstellen, die jährliche Kosten von 764 000 Euro verursachen, wobei Reisekosten nicht mitberechnet sind. Diese Angaben machte der Chef der Staatskanzlei, Albrecht Gerber, in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Haushaltsexperten Ludwig Burkardt, der auch Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Landtag ist. "Die Truppe müsste um mindestens die Hälfte eingeschmolzen werden", zeigte sich der Unionspolitiker gegenüber der RUNDSCHAU empört. Nachdem Woidke kein Aufsichtsratsvorsitzender sei, sei ein Teil der Fachabteilung nicht mehr nötig. "Wenn jedes Aufsichtsratsmitglied zehn Leute um sich herum versammeln würde, bräuchte man allein in Brandenburg 40 Mitarbeiter", so Burkardt. "Und die Unterstützung von Aufsichtsratsmitgliedern ist auch keine Aufgabe des Landes, die aus dem Staatssäckel zu finanzieren ist, sondern eher ein Aufwand, den die Flughafengesellschaft zu finanzieren hat."

Die Potsdamer Staatskanzlei dagegen hält ein Fortbestehen der Flughafenabteilung bis zur Eröffnung des Großflughafens für erforderlich. Die Kritik von Burkardt wies Regierungssprecher Thomas Braune indes zurück. "Es war von Anfang an klar, dass die Arbeitsgruppe nicht nur den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Platzeck unterstützen sollte, sondern das ganze Spektrum der Fragen um den BER zu betrachten hatte", so Braune. Dabei ging und geht es etwa um die Fragen des Lärmschutzes, des Dialogs mit den Umlandgemeinden und mit Bürgerinitiativen sowie um das Volksbegehren. Zudem stammte das Gros der Mitarbeiter aus anderen Ressorts. "Insofern fallen wenige zusätzliche Kosten an", so Braune. Die neue Qualität der Arbeitsgruppe bestehe vielmehr in der Bündelung des Know-Hows und der Ressourcen. Die Forderung des Abgeordneten Burkardt sei der Sache nicht dienlich. "Polemik hilft nicht weiter."