Schönbohm sagte, er sei zwar mit den parteiübergreifenden Initiativen zur Abwahl der bisherigen Amtsinhaberin Karin Rätzel einverstanden gewesen und habe auch akzeptiert, dass seine Lausitzer Parteifreunde Gespräche über einen auch für die PDS akzeptablen Kandidaten geführt hätten. Er wolle als Landesvorsitzender auch nicht die inhaltliche Positionierung der Partei zur Stadtpolitik in Cottbus mitbestimmen. Aber es sei für die CDU in Brandenburg nicht gut, wenn es dann zu einem als Wählergemeinschaft bezeichneten Bündnis mit einer Partei wie der PDS komme und es sei seine Aufgabe als Landesvorsitzender, dies klarzustellen.
Gestützt wird der Kurs der Cottbuser CDU allerdings nach wie vor vom Generalsekretär der Partei Sven Petke und von der stellvertretenden Landesvorsitzenden Barbara Richstein. Petke hatte in den letzten Tagen immer wieder gesagt, es müsse vor Ort darüber befunden werden, welcher Weg für Cottbus der beste sei. Wenn der Kreisverband der Meinung sei, Absprachen mit der PDS zur Lösung der kommunalpolitischen Probleme seien notwendig, so könne er dies unterstützen.
In den letzten Tagen hatte der sozialdemokratische Koalitionspartner der CDU in Potsdam sehr deutlich gemacht, dass er die Cottbuser Vorgänge als eine Art Kampfansage vonseiten der CDU wertete. Nachdem die SPD mit Frank Szymanski einen Mann aus dem gemeinsamen Kabinett ins Rennen geschickt hatte, war eine andere Reaktion der Christdemokraten erwartet worden als der demonstrative Schulterschluss mit der oppositionellen PDS. Gestern, vor der Klarstellung durch Schönbohm, kam es zu einem Gespräch des CDU-Chefs mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).
Die PDS ihrerseits hat gestern noch einmal betont, dass für sie die Wählergemeinschaft auch mit der CDU wesentliche Voraussetzung für die Unterstützung von Holger Kelch ist. Die Zustimmung zu einer entsprechenden Erklärung und einem gemeinsam erarbeiteten Positionspapier durch die CDU seien dafür notwendig, sagte ihr Landesvorsitzender Thomas Nord der RUNDSCHAU.
Die PDS habe bei dem Positionspapier zwar an der einen oder anderen Stelle auch Zugeständnisse gemacht und die Unterstützung für einen CDU-Mann sei ihr auch nicht leicht gefallen. Entscheidend sei aus Sicht des Landesverbandes aber das Votum der Parteibasis in Cottbus. Dort vertraue man darauf, dass mit Holger Kelch eine bessere Politik gemacht werden könne.
Nord sagte weiter, es gebe in der Kommunalpolitik mancherorts aus Sicht der PDS keine gravierenden Unterschiede zwischen CDU und SPD. Bedeutsam sei deswegen immer auch die Glaubwürdigkeit der möglichen Bündnispartner. Die PDS in Cottbus vertraue darauf, dass Kelch das umsetze, was mit der CDU vereinbart worden sei.
Die PDS habe ihre Unterstützung an keine anderen Bedingungen geknüpft. Es stimme nicht, dass die Partei ein Anrecht auf die Besetzung eines Beigeordnetenamtes beanspruche.
Der Cottbuser CDU-Kreisvorsitzende und Vize-Landeschef Michael Schierack sagte, die öffentliche Kritik einiger CDU-Spitzenpolitiker an seinem Kurs habe ihn getroffen. Diese Kritiker hätten aber zuvor nicht mit ihm gesprochen. Hier sei Vertrauen zerstört worden. Das Bündnis sei im Interesse der Stadt entstanden. Es sei keine Linie zur Linkspartei überschritten worden. Nun müsse man abwarten, wie die Cottbuser Basis und die Mitglieder der Wählergemeinschaft reagieren. Einziger Nutznießer dieser Situation sei die SPD mit ihrem Kandidaten Frank Szymanski.

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