Rund 400 Mitglieder hat der CDU-Kreisverband Dahme-Spreewald. Mit ihren Beiträgen einerseits und Kostensenkungen andererseits sollten in den vergangenen zweieinhalb Jahren finanzielle Spielräume geschaffen werden, um Wahlkämpfe mehr als bisher unterstützen zu können.

Das sei mit der kürzlichen Bundestagswahl auch erstmals gelungen, sagt Vorsitzender Carsten Saß gegenüber der RUNDSCHAU. Nur wenige Tage später stellte sich heraus, dass in Größenordnungen Geld aus der Parteikasse verschwunden war. Verdächtigt wird die Kreisgeschäftsführerin. Ihr wurde in der Vorwoche gekündigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Schadenshöhe ist noch immer unbekannt und wird unbestätigten Meldungen zufolge auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt.

Der Betrugsverdacht, sollte er sich bestätigen, bekommt vor dem Hintergrund des Sanierungskurses durch Mitglieder und Vorstand eine besondere Schärfe. Ab einem Jahresbeitrag von fünf Euro beginnt die CDU-Mitgliedschaft im Kreisverband Dahme-Spreewald. Darüber hinaus gibt es Empfehlungen, was jeder - nach der jeweiligen Berufsgruppe gestaffelt - bezahlen sollte. Dem Vernehmen nach bezahlten viele Mitglieder etwas mehr als ihr Soll. Für 2013 rechnete der CDU-Kreisverband Saß zufolge mit einem Gesamtbudget von rund 40 000 Euro.

Carsten Saß ist seit Anfang 2011 Vorsitzender der CDU Dahme-Spreewald und betont: "Es ist nicht so, dass wir eine leere Schatulle übernommen hätten." Vor ihm war Johanna Wanka, die inzwischen Bundesforschungsministerin in Berlin ist, hier Kreis chefin der Christdemokraten. Doch um die finanziellen Möglichkeiten für die Bundestagswahl sowie die Kommunal- und Landtagswahlen im kommenden Jahr zu schaffen, ist der Verband beispielsweise mit seiner Geschäftsstelle in deutlich kleinere Räume in der Spreewaldstadt Lübben gezogen. Damit wurde Miete gespart. Auch den früheren Dienstwagen gibt es nicht mehr.

Umgeschwenkt ist der Vorstand zudem bei der Ausrichtung von Veranstaltungen. Statt eines allgemeinen Sommerfestes gibt es themenbezogene Einladungen, die größtenteils von den Stadt- und Ortsverbänden ausgesprochen werden. So sei angestrebt worden, "ein erkleckliches Sümmchen für die Wahlkampffinanzierung" zurückzulegen. Damit wird nun offenbar nichts.

Dass die geschasste Kreisgeschäftsführerin, die seit Juni 2011 die Geschäfte führt, über einen langen Zeitraum unbehelligt in die Parteikasse greifen konnte, wirft Fragen auf, denen eine vom Kreisvorstand eingesetzte Kommission nachgehen soll. Denn erst ein anberaumter "Kassensturz" zwei Tage nach der Bundestagswahl hatte ans Tageslicht gebracht, dass Rechnungen nicht bezahlt wurden und Zahlungen an den Landesverband überfällig waren.