Der 52-jährige Landeschef erhielt am Samstag auf einem Parteitag in Plauen 189 von 213 gültigen Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von 89,6 Prozent. Zugleich verabschiedeten die rund 220 Delegierten ein neues Grundsatzprogramm. Anträge auf Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften und ein Wahlrecht ab Geburt scheiterten aber.

Tillich war vor zwei Jahren auf einem CDU-Parteitag in Chemnitz mit 94,2 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden gewählt worden. Auch damals hatte er keine Gegenkandidaten. Im Mai 2008 hatte er den damaligen Ministerpräsidenten und Parteichef Georg Milbradt beerbt.

Tillich kündigte in Plauen an, der sächsischen Union ein klares Profil geben zu wollen. In wechselhaften Zeiten wie diesen müsse die CDU klar erkennbar und als Garant von Stabilität auftreten. Die CDU, die in Sachsen seit der Wende in Regierungsverantwortung ist, stehe für eine Marktwirtschaft mit sozialer Verantwortung statt für Turbokapitalismus.

Die Delegierten bestätigten außerdem die drei Vize-Parteichefs im Amt, die ebenfalls ohne Gegenkandidaten angetreten waren. Für Fraktionschef Steffen Flath votierten 80,8 Prozent, für Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz 92,6 Prozent und für den Görlitzer Landrat Bernd Lange 79,8 Prozent. Generalsekretär Michael Kretschmer erhielt 79,3 Prozent.

Beschlossen wurde auch das nach 1996 zweite Grundsatzprogramm „Sachsen dienen – Zukunft sichern“, das ein Jahr lang von einer 100-köpfigen Zukunftskommission aus Parteimitgliedern und von Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Bildung erarbeitet wurde. Die CDU stehe für eine solide Haushalts- und Finanzpolitik, betonte Tillich. Die Umwelt stehe in dem neuen Programm gleichberechtigt neben Wirtschaft und Finanzen, sagte Tillich, einst Umweltminister. Der neue Name „Umweltschutzpartei CDU“ bekam eine breite Mehrheit. Als Umweltziele will die Partei unter anderem „entschlossener darangehen“, die sächsische Waldfläche „mittelfristig“ auf 30 Prozent zu erhöhen und Schutzgebiete schrittweise zu einem Biotopverbundsystem zu vernetzen. Außerdem setzt die Union auf die heimische Braunkohle als wichtigsten Energieträger. Regenerative Energien sollen gefördert werden.

Besonderen Stellenwert hat für die CDU weiterhin die Ehe. Auch verstehe sich die Union als Anwalt von Alleinerziehenden und anderen Familienformen. Gastredner Horst Seehofer (CSU) stärkte Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel den Rücken, warb für Deutschland als „Insel der Stabilität“ angesichts von Finanz- und Wirtschaftskrisen und stänkerte gegen die SPD.