Sein Privatleben schirmte der Dauerrevolutionär stets vor öffentlichen Nachfragen ab. Die Kubaner erfuhren in der 48-jährigen Amtszeit nur wenig über das Leben Castros jenseits des Kampfes für die Revolution. Fest steht nur, dass er in seinem fast 80-jährigen Leben viele Geliebte hatte, viel arbeitete und ein Faible für die Harpunen-Fischerei hat.

Vater vieler Kinder
Nur wenige kennen Dalia Soto del Valle, Castros Gefährtin seit 1961. Die 65-jährige schenkte ihm fünf Söhne. Geheiratet hat der Mann mit dem Rauschebart die blonde Frau mit den grünen Augen nie - obwohl es 1980 deswegen heftige Gerüchte gab. "Ich habe ein einziges Mal geheiratet, das reicht", war Castros Auskunft zum Thema gegenüber dem US-Regisseur Oliver Stone, der 2002 einen Dokumentarfilm über ihn drehte.
Die Eheschließung erfolgte 1948. Castro war 22, als er Mirta Diaz-Balart heiratet. Sie bekamen einen Sohn. Die Ehe hielt nur sechs Jahre. Als Castro nach einem fehlgeschlagenen Umsturzversuch im Gefängnis saß, wechselte Diaz-Balart die Seiten - und arbeitete unter dem Diktator Fulgencio Batista.
Doch Castro ließ sich nicht entmutigen. Mit Natalia Revuelta, die mit einem reichen Anwalt verheiratet war, bekam er ein Mädchen mit dem Namen Alina. Diese ging 1993 ins Exil in die USA.
Eine der wichtigsten Frauen für Castro war Celia Sanchez, die er 1957 kennenlernte. Sie war seine Sekretärin, Vertraute und Seelenverwandte bis zu ihrem Tod 1980.
Die Deutsche Marita Lorenz behauptete, in den Jahren 1959/60 eine Geliebte Castros gewesen zu sein. Sie hatte vom US-Geheimdienst CIA den Auftrag erhalten, Castro zu ermorden und gelangte auf diese Weise in seine nächste Umgebung. Zahlreiche andere Frauen erzählten, sie hätten ein Kind von Castro. Biografen sehen es als erwiesen an, dass er acht Kinder zeugte.
Trotz seiner zahlreichen Eroberungen lebt Castro fast spartanisch. Alle Bewohner Havannas kennen "Laguito", das große Anwesen im Ortsteil Siboney. Nach Angaben der wenigen Besucher, die seine Privaträume gesehen haben, ist sein Haus geschmackvoll, aber recht einfach eingerichtet. Nach unbestätigten Berichten soll Castro ein Faible für Sicherheitsvorkehrungen "à la James Bond" haben - das Haus ist angeblich mit Flugabwehrraketen und mit einem umfangreichen Tunnel - und Bunkersystem gesichert.

Ein Nickerchen im Auto
Verlässt Castro sein Anwesen, kutschiert er in einem seiner drei altersschwachen Autos der Marke Mercedes mit verdunkelten Scheiben durchs Land. Aus Sicherheitsgründen wählt er immer einen anderen. Castro schläft wenig - und liebt deshalb Nickerchen im Auto auf dem Weg zu seinem Amtssitz.