Für viele ist ein Campingurlaub im Winter unvorstellbar. Doch mittlerweile gibt es immer mehr, die diese Art von Urlaub für sich entdeckt haben. Es geht weniger turbulent zu auf den Campingplätzen. Man ist mittendrin in der Natur und kann die Ruhe genießen, auch wenn es draußen kalt ist und schneit. Damit allerdings ein Campingurlaub im Winter nicht zum Alptraum wird, gilt es ein paar einfache Regeln zu beachten. Beim Wintercamping wird mehr Ausrüstung benötigt, um sich gegen die tiefen Temperaturen zu wappnen.

Campingplatz rechtzeitig reservieren

Die besten Wintercampingplätze in den Alpen sind lange vor den Weihnachtsferien ausgebucht. Daher ist es empfehlenswert, den eigenen Stellplatz frühzeitig zu reservieren.

Sicherheit für Wohnwagen und Wohnmobil

Um die Position des Campingmobils sicher zu handhaben, sollten Bretter und Hubstützen unter das Mobil gelegt werden. Diese verhindern bei Tauwetter das Einsinken des Fahrzeugs oder ein mögliches Kippen.

Camping im Winter? Mit einem richtig ausgerüsteten Wohnmobil ist das kein Problem.
Camping im Winter? Mit einem richtig ausgerüsteten Wohnmobil ist das kein Problem.
© Foto: Horst Ossinger / DPA

Welches Vorzelt beim Wintercamping?

Das Vorzelt dient beim Wintercamping als Kälteschleuse zwischen dem Fahrzeuginneren und der Außenwelt. Es bietet ausreichend Stauraum und wird vorwiegend für die kalte Jahreszeit aus PVC gefertigt, das sehr robust bleibt. Vorzelte für das Wintercamping sind mit einem Faulstreifen versehen, damit das Zelt bei einem gefrorenen Boden auch mit Schnee oder anderen Gewichten befestigt werden kann. Empfehlenswert ist ein Stahlgestänge für das Vorzelt, um bei Schnee und Eis das Gewicht meistern zu können. Luftvorzelte sind weniger geeignet.

Wintercamping: Welches Gas soll ich verwenden?

Propan-Gas eignet sich am besten für das Wintercamping. Auch bei Temperaturen von minus 40 Grad kann man es bedenkenlos verwenden. Flüssiggasflaschen enthalten in Deutschland das ganze Jahr über etwa 95 Prozent Propan und können für das Camping im Winter eingesetzt werden. Butan hingegen ist für das Wintercamping eher ungeeignet.
Camping- und Stellplätze sollten rechtzeitig reserviert werden.
Camping- und Stellplätze sollten rechtzeitig reserviert werden.
© Foto: Soeren Stache / DPA

Ist mein Wohnmobil wintertauglich oder winterfest?

Ein winterfestes Wohnmobil entspricht einer definierten Norm nach EN 1646-1. Damit ist sichergestellt, dass sich das Reisemobil bei -15 Grad nach zwei Stunden auf 20 Grad Innentemperatur aufheizen lässt. Die Bezeichnung wintertauglich hingegen bestätigt nur, dass sich das Wohnmobil auch bei 0 Grad noch starten lässt. Winterfeste Camper bieten meist eine Warmluftheizung, einen isolierten Abwassertank, elektrisch beheizbare Abwassertanks und -leitungen und isolierte Unterbodenleitungen.

Richtiges Lüften und Heizen sind wichtig

Richtiges Heizen und Lüften im Wohnmobil seien „das A und O beim Wintercamping“, betont der Tüv-Verband. Die Durchlüftung aber werde immer wieder unterschätzt - wie in einer Wohnung oft auch. Die Folge: Schwitzwasser und Feuchtigkeit im Fahrzeug. Die Experten raten daher zu jeweils fünf Minuten Stoßlüften immer morgens und abends.
Das Heizen ist im Winter nicht nur für die Insassen elementar, sondern auch fürs Wohnmobil: Es verhindert, dass Wasser in Leitungen und Tanks einfriert. Auch der Abwassertank, der meist außerhalb des beheizten Innenraums liegt, sollte warm gehalten werden. Der Tüv-Verband empfiehlt eine elektronische Heizungf ür den Abwassertank oder eine Einbindung des Wassertanks in die Luftheizung.

Wenn das Wohnmobil eingeschneit ist

Wenn das Wohnmobil völlig eingeschneit ist es auf jeden Fall ratsam Schaufel und Besen zur Hand zu haben. So bekommt man einfach die Frontscheibe frei und kann sich den Eingang freischaufeln. Dank der Leiter können Camper auch das Dach ihres Fahrzeugs freiräumen, denn die Wärme von unten lässt den Schnee schmelzen und die Kälte von oben lässt den angeschmolzenen Schnee frieren, so entsteht eine dicke, schwere Eisschicht, die man kaum noch gelöst bekommt.